Initiativen wie die Black Lives Matter Bewegung werden als Anlass genommen, um über kollektive Erinnerungskultur und deren Ausdruck in der Gestaltung des öffentlichen Raumes nachzudenken.
Das kritische Hinterfragen von vorhandenen Straßennamen, Mahnmäler und Denkmäler bildet eine inspirative Grundlage, für die praktische Gestaltung.
Schüler*innen haben die Möglichkeit, mit eigens angefertigten Straßenschildern den öffentlichen Raum mitzugestalten und Repräsentationen inklusiver und gleichberechtigter zu denken.
Modulare Anpassung möglich:
Für die Lehrperson:
Klassenraum mit Computer, Beamer, Internetzugang, Mentimeter, evtl. Drucker
PowerPoint zur Einführung mit Beispielen von Denkmälern und Straßennamen (bei Interesse an der Powerpoint Mail an uns)
Für die Schüler*innen
Für die Recherche: Internetzugang (z.B Website: Genderatlas)
Für den Beobachtungsspaziergang: Kamera, oder Smartphone
Für die Praxis
Allgemein: Papier für die Skizzen, Stifte
Beispiel Kartonschilder:
Karton, Stifte, Lineale, Scheren /cutter, Schneidematten, Acrylfarben, Pinsel
Beispiel Keramikschilder:
(Lufttrocknender-) Ton, Keramikglasuren oder Acrylfarben
Einführung: Erinnerungskultur Allgemein
Einführung in das Thema: Was sind Denkmäler und Straßennamen? Aus welchen Gründen werden sie aufgestellt? Wer wird erinnert, wer nicht? (Powerpoint)
Interaktives Gedankenexperiment, das mit einer Wordcloud-Erstellung über mentimeter.com visualisiert werden kann.
Die Schüler*innen schreiben Ereignisse und Personen auf, die sie in den letzten Jahren erlebt haben (z.B. Fridays for Future, Black Lives Matter, COVID-19, Nationalratswahlen).
Analyse bekannter Denkmäler und Stolpersteine im eigenen Ort.
-> Wien. (Powerpoint 9–12)
Recherchearbeit:
In Kleingruppen recherchieren die Schüler*innen Informationen zu Straßennamen zum Beispiel anhand folgender Fragen:
- Wie werden Benennungen begründet?
- An wen wird hauptsächlich erinnert?
- Wer entscheidet, wie eine neue Straße genannt wird?
Mögliche Quellen für die Recherchearbeit:
Interview zu Kunstaktion mit Straßenschildern:
Bezogen auf den Artikel:
Mögliche Frage:
Antwort: In europäischen Großstädten sind durchschnittlich 91 Prozent der nach Personen benannten Straßen Männern gewidmet.
Bezogen auf Genderatlas:
Für Wien bietet sich die Website Genderatlas an:
Mögliche Fragen:
Beobachtungsspaziergang:
Bei einem gemeinsamen Spaziergang durch die Straßen in der Nähe der Schule machen die Schüler*innen Fotos von den Straßenschildern, die ihnen begegnen. Eventuell fallen der Klasse auch stadtspezifische Strukturen wie genormte Nummernschilder an den Häusern auf.
Nach dem Spaziergang, in der Schule:
Vorbereitung zur praktischen Phase
Gestaltung eines eigenen Straßenschildes für einen imaginären Platz oder zur Umbenennung eines bestehenden Ortes.
Zurückdenken an mentimeter Ideensammlung. Wem oder was möchte ich mein Straßenschild widmen? Was ist für mich erinnerungswürdig? Welche besprochenen Gestaltungsmerkmale können meine Idee unterstützen?
Je nach Fach oder Interesse kann das vorgegebene Material und die Technik für die Gestaltung von der Lehrkraft gewählt werden.
Zur Inspiration:
Projekt Elsa Plainacher am Angewandte Festival
Durchführung der praktischen Phase
Die Schüler*innen gestalten Straßenschilder mit dem vorgegebenen Material.
Möglicher weiterer Verlauf:
Präsentation der Ergebnisse
Die Schüler*innen präsentieren ihre gestalteten Straßenschilder, sowie ihre inszenierten Fotos vor der Klasse.
Weitere Möglichkeiten:
- In der Schule wird eine Ausstellung mit den Fotos der Schüler*innen gemacht, die als Plakate aufgehängt sind.
-Rollenspiel des Akts der Umbenennung in den Rollen der Bürgermeiter*innen, Frauenrechtsaktivist*innen, Stadtrat, usw.
-Statt des Fokus auf Straßenschilder können auch Denkmäler und Mahmähler in der Schulumgebung gesucht und dazu eine praktische Umgestaltung gedacht gedacht werden.
Dieses Konzept wurde im Rahmen eines Praktikums durchgeführt.
Für den Unterricht wären einige Vorübungen von Vorteil gewesen, da der Umgang mit Cuttern und Acrylfarben für manche Schüler*innen nicht einfach war.