Autor: stephan_w

Alle Skizzen

  • Antike Münzen – Symbole politischer Macht

    Dauer:
    Entwickelt:
    Jakob Wilsdorf, in Dialog mit Hannah

    Was haben Münzen mit Patriarchat zu tun? Wer ist darauf abgebildet? Anhand von Herrscher*innenbildern auf römischen Münzen werden historische, politische Machtverhältnisse thematisiert. In einem Akt des Empowerments prägen Schüler*innen Münzen mit eigenen Porträts.

    Kurzbeschreibung

    Was haben Münzen mit Patriarchat zu tun? Wer ist darauf abgebildet? Anhand von Herrscher*innenbildern auf römischen Münzen werden historische, politische Machtverhältnisse thematisiert. In einem Akt des Empowerments prägen Schüler*innen Münzen mit eigenen Porträts.

    Ziele

    • Politiken der Repräsentation kritisch hinterfragen und in aktuelle Kontexte setzen
    • Sich über historische patriarchale Machtverhältnisse Gedanken machen und mit heutigen Vorstellungen abgleichen
    • Kritische Auseinandersetzung mit Proportionsschemata für Gesichtsdarstellungen und deren Umsetzung in die Praxis reflektieren
    • Beispiele römischer Kunst kennenlernen und deren Kontexte und historische Lebenswelten erforschen 
    • Spezifische Eigenschaften des Materials Metall, Darstellungsformen wie Profil, Porträt und dreidimensionale Techniken wie Relief und Prägung entdecken
    • Typografische Charakteristika der römischen Antiqua erkunden (zum Beispiel Serifen)
    • Respektvoll auf die porträtierte Tischnachbar*in eingehen, ihre Charakteristika erfassen und die gezeichnete Darstellung mit ihr abstimmen.

    Materialien

    • 1 Prägefolie (A4) pro Schüler*in 
    • DinA4 Kopierpapier, Zeitungspapier
    • Blechschere(n)
    • Bleistifte, Radiergummi, Spitzer
    • Malerkrepp
    • eventuell Feder, Tinte, Scheren, Klebestifte (siehe Reflexion)
    • Materialien

    Ablauf

    Einführung 

    Münzen bieten als historische Quelle eine gute Möglichkeit über politische Programme und patriarchale Machtverhältnisse nachzudenken, da alle Bewohner*innen des römischen Reiches mit ihnen zu tun hatten. Mit der gemeinsamen Münzanalyse zu Beginn der Stunde kann die Klasse sensibilisiert werden, was für eine Macht bestimmte Darstellungen haben können und welche politischen Aussagen dahinter stecken. 

    Als Einstieg in ein gemeinsames Gespräch kann der Klasse ein Bild einer typisch römischen Herrschermünze gezeigt werden: Inhaltlich könnte diskutiert werden: Wer ist dargestellt? Welches Geschlecht? Wie wird die Person dargestellt? Was für eine berufliche Position könnt ihr euch bei der abgebildeten Person vorstellen? Wer kann entscheiden, welche Motive auf die Münze kommen und wer nicht? Und welche Ziele könnten hinter den Motiven stecken? Wer sieht die Münzabbildungen alles? Wer hat mit Münzen überhaupt zu tun?

    Welche formale, technische Charakteristika können entdeckt werden?  Zum Beispiel Darstellung im Profil, dreidimensionale Effekte durch Vertiefungen und Erhöhungen im Material, typografische Charakteristika, wie Großbuchstaben und Serifen, Slogan-artige kurze Texte, die die Machtposition der abgebildeten Personen unterstreichen.

    Erste Skizzen und Slogans

    Dann porträtieren die Schüler*innen den*die Banknachbar*in, um diese*n möglichst machtvoll auf der Prägefolie zu inszenieren. Die Zeichnungen werden mit Bleistift auf A4 Kopierpapier angefertigt. Ein einfaches Proportionsschema dient hierbei als Grundlage. Individuelle Charakterzüge des Gesichts werden beobachtet und gezeichnet.In Absprache mit dem/der Banknachbar*in werden kurze personalisierte Slogans für die Porträts erdacht, um die empowernde Wirkung der Zeichnung noch zu verstärken und mit Bleistift kreisrund um die Abbildung geschrieben (zum Beispiel “Power-Paula”, “Kevinner”, “Mona zieht durch”, “Macher-Max” …).

    Für den nächsten Schritt, empfiehlt es sich, die entstandenen Zeichnungen zu kopieren.

    Prägen

    Die Grafiken werden auf die Metall-Prägefolien gelegt und mit einem robusten Stift (Bleistift, Kugelschreiber) nachgefahren. Eine großzügige Lage Zeitungspapier als Unterlage vereinfacht aufgrund der weicheren Oberfläche das Prägen. Um ein Verrutschen der Vorlage zu vermeiden, können die Papiere mit Malerkrepp auf der Folie fixiert werden. 

    Zunächst müssen nur die groben Konturen des Gesichts und die Buchstaben übertragen werden. Nach der Prägung kann das Papier von der Metallfolie getrennt werden. In einer anschließenden Nachbearbeitung können Details hervorgehoben und plastische Effekte eingearbeitet werden. Zum Beispiel können einzelne Vertiefungen bei Pupille, Nasenlöcher und Mund verstärkt und/oder hervortretende Bereiche, wie Wange, Kinn, Nase, … durch Druck von der Rückseite herausgedrückt und Haare mit feinen Strukturen versehen werden. Die Leserlichkeit der Schrift kann durch Nacharbeiten der Serifen verbessert werden. Zum Schluss kann das Motiv mit einer Metallschere kreisrund ausgeschnitten werden, um die Prägung in Münzform zu bringen. Der Münzrand kann noch mit einem feinen Muster versehen werden.

    Ergebnisse vorstellen und besprechen

    Die bereits fertigen Schüler*innen überlegen sich schon für die Münzen eine gemeinsame Präsentationsmöglichkeit im Klassenzimmer. Zusammen werden gezeigten Münzen angeschaut und besprochen: Welche Unterschiede nehmt ihr zwischen den römischen und den angefertigten Münzen wahr? Was bedeutet es, sich selbst oder anderen Macht oder Autorität zu verleihen? Fallen euch aktuelle Situationen ein, in denen Menschen ihre Macht durch die Verbreitung von Selbstbildnissen stärken?

    Reflexion und Anmerkungen

    In der skizzierten Stunde werden die Porträts mithilfe eines klassischen europäisch geprägten Proportionsschemas angefertigt. Generell trifft eine solche Normierung des menschlichen Körpers nur auf einen sehr kleinen Teil der Menschen zu und ist kritisch zu betrachten. Dennoch kann das Schema für den Zeichenprozess der Schüler*innen eine Orientierung bieten. 

    In der Phase des Porträtierens besteht die Gefahr, dass sich die Porträtierten durch die Darstellungen anderer verletzt fühlen. Das Thema kann entschärft werden, indem nicht der/die Nachbar*in porträtiert wird, sondern mithilfe von Fotos oder Spiegeln Selbstporträts angefertigt werden.

    Die Darstellungen auf den Münzen bieten zudem an, auf die Funktion des Zahlungsmittels als Propaganda-Instrument einzugehen.

    Das Thema lässt sich gut mit einer Sequenz zu Typografie ergänzen. Die Slogans könnten beispielsweise auf einem separaten Blatt mit Feder geschrieben und dann nachträglich auf das Blatt mit dem Porträt aufgeklebt werden. {nochmal bei L. nachfragen}

    Info Autor*innen

    Seit 2020 arbeitet Jakob als Kunstlehrkraft am Gymnasium in Oberstdorf. Die Unterrichtssequenzen hat er in leichten Variationen wiederholt durchgeführt

  • Politische Dimensionen von Kostümen – am Beispiel der Künstler*innengruppe »Ndaku ya la vie est belle« aus Kinshasa

    Dauer:
    Entwickelt:
    Celine Buldun, Lea Wilsdorf in Dialog mit Eva

    Ein Kleid aus abgetragenen Socken, ein Umhang aus abgefahrenen Reifen, ein Mantel aus weggeworfenen Transistorradios – die Kostüme der kongolesischen Künstler*innengruppe »Ndaku ya la vie est belle« laden zu einer Vielfalt an ästhetisch-politischen Beobachtungen und Interpretationen ein. Diese kunsttheoretische Unterrichtsstunde führt via Werkanalyse in postkoloniale Themen ein.


    Kurzbeschreibung

    Ein Kleid aus abgetragenen Socken, ein Umhang aus abgefahrenen Reifen, ein Mantel aus weggeworfenen Transistorradios – die Kostüme der kongolesischen Künstler*innengruppe »Ndaku ya la vie est belle« laden zu einer Vielfalt an ästhetisch-politischen Beobachtungen und Interpretationen ein. Diese kunsttheoretische Unterrichtsstunde führt via Werkanalyse in postkoloniale Themen ein.

    Ziele

    • Den eurozentristischen Kanon öffnen und zeitgenössische Kunstwerke aus der Demokratischen Republik Kongo kennenlernen
    • Bildnerische Gestaltungsmittel (Form, Proportion, Materialien, Oberflächen) und deren politischen Kontexte untersuchen
    • Materialien und Bewegung als Ausdrucksmittel und Bedeutungsträger verstehen
    • Den Einbezug des Körpers, als auch den Einbezug des öffentlichen Raumes als künstlerische Strategie begreifen
    • Rituelle Merkmale in den performativen Arbeiten ergründen
    • Soziale, ökologische und gesellschaftliche Fragestellungen in der Gruppenpräsentation reflektieren
    • Durch Gruppenarbeit Teamfähigkeit fördern
    • Fähigkeiten in der Werkerschließung entwickeln

    Materialien

    • Beamer, PC, Tafel
    • Arbeitsblätter Analyse für die Gruppenarbeit (siehe Ressourcen)
    • 1–2 Tablets, evtl. Kopfhörer

    Ablauf

    Einführung
    Die Stunde wird eingeleitet mit der gemeinsamen Betrachtung der Kostüme. Kurze Einführung mit Hilfe des Arbeitsblatt #1 (bei Bedarf gerne uns kontaktieren). Erste Annäherung in einer gemeinsamen Reflexion: In welcher Weise kommen die verwendeten Alltagsmaterialien der gezeigten Kostüme mit dem Körper der jeweiligen Darsteller*in zusammen? Und was ist der Zweck des Tragens eines Kostüms?

    Werkanalyse
    In kleinen Gruppen wird jeweils eines der drei Kostüme analysiert (Arbeitsblätter AB #2 bis #4). Eine weitere Gruppe untersucht die performativen Aspekte der Kostüme und ihrer Aufführung mittels Video Clips (Tablets/Kopfhörern, siehe AB #5). Auf den Arbeitsblättern werden erste Eindrücke und Gestaltungszusammenhänge notiert.

    Diskussion
    Die Ergebnisse der drei Gruppen werden präsentiert und Gemeinsamkeiten, Gestaltungsweisen und Funktion der Kostüme herausgestellt. Dann sehen die Schüler*innen Videoaufnahmen (siehe Links) der Momente des Tragens, die Situation des Präsentierens und die damit verbundenen Rituale an. Die vierte Gruppe diskutiert daraufhin ihre Ergebnisse zur Analyse des Videos.

    Reflexion und Transfer
    Abschließend wird die Bedeutung der rituellen, symbolischen Handlungen reflektiert und die Bedeutung des öffentlichen Raumes im Vergleich zum Tafelbild und zum Ort des Museums.

    Reflexion und Anmerkungen

    Die Unterrichtstunde lädt zu verschiedenen praktischen Experimenten ein:

    • Kostüme selbst zeichnerisch zu entwickeln.
    • dreidimensionale Gestaltung von Kostümen (in Gruppenarbeit) sowie eine fotografische Dokumentation der Kostümpräsentation und Inszenierung.

    Ausgehend von selbstgewählten Materialien und deren Verarbeitung zu Kostümen entwickeln Schüler*innen Konzepte für eine Botschaft oder Aussage aus ihrer Lebenswelt (z.B. Recherche zu Müllproduktion in der Schule).

    Lehrplan: Dieses Unterrichtskonzept ist geeignet für verschiedene Jahrgangsstufen. Der bayerische Lehrplan für die 11. Jahrgangsstufe legt den Fokus auf die Untersuchung der wechselseitigen Einflüsse von Werken europäischer und außereuropäischer Kunst im Zusammenhang mit Inspiration, Transformation, Aneignung und Vereinnahmung. In der 13. Jahrgangsstufe steht die Auseinandersetzung mit den Mitteln der Werkerschließung und sinnvollen Fragestellungen im Umgang mit dem Thema Körper in der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts im Vordergrund.

    Info Autor*innen

    Hier kommen die Inhalte

  • Stühle der Macht – Kommunikation über Sitzpositionen

    Dauer:
    Entwickelt:
    Elias Barnreiter, im Dialog mit Eva & Hannah

    Welche Wirkung hat meine Sitzposition auf andere? Wie beeinflusst meine Körperhaltung wie ich auf andere wirke? Und welche Rolle spielt das Stuhldesign dabei, bestimmte Machtdynamiken zu verstärken oder aber Hierarchien abzubauen?


    Kurzbeschreibung

    Welche Wirkung hat meine Sitzposition auf andere? Wie beeinflusst meine Körperhaltung wie ich auf andere wirke? Und welche Rolle spielt das Stuhldesign dabei, bestimmte Machtdynamiken zu verstärken oder aber Hierarchien abzubauen?

    Ziele

    • Die Bedeutung von verschiedenen Stuhldesigns kritisch analysieren (historisch und im eigenen Alltag)
    • Durch spielerische Selbstinzenierung, Positionierung und anhand digitaler Collage verschiedene Gesten und Rollen erkunden und ihre Bedeutung in Bezug auf Machtrepräsentation reflektieren.

    Materialien

    • iPads/PCs, App „Magic Eraser“

    Ablauf

    Einführung
    Um an die Lebenswelt der Schüler*innen anzuknüpfen, werden diese aufgefordert aufzustehen und ihren Stuhl zu betrachten. Fragen wie „Was sind Merkmale des Stuhls, auf dem ihr jetzt sitzt?“ oder „Wo seid ihr heute schon überall gesessen?“ regen eine erste Sensibilisierung für die Bedeutung von Stühlen und Sitzen im Alltag an.

    Dann wird die Herkunft des Stuhls und die Geschichte des Sitzens aufgezeigt. Dabei werden Wirkungen (Machtdemonstration/Gleichheit/ Demokratie) und Merkmale der verschiedenen Sitzmöglichkeiten aufgezeigt.

    Aktion
    Anschließend werden in kleinen Gruppen (3–4) zunächst Fotos in neutraler Körperhaltung und Mimik von allen Gruppenmitgliedern gemacht. Mit der App „Magic Eraser“ werden die Personen ausgeschnitten und mit einer Collagefunktion jeweils auf den Thron und den demokratischen Stuhl gesetzt.

    Gemeinsam können die gemachten Fotos betrachtet und die Wirkung der Stühle verglichen werden. Der vorher neutrale Ausdruck der Schüler*innen kann jetzt als vom Stuhle beeinflusst wahrgenommen werden.

    Danach werden nochmals Fotos gemacht mit dem Unterschied, dass die Schüler*innen nun mit ihrer Körperhaltung, Mimik und Gestik experimentieren, um so die vorgegebene Wirkung der Stühle entweder zu verstärken oder dieser entgegenzuwirken.

    Beobachtung, Reflexion
    Die Ergebnisse werden im Plenum betrachtet und deren Wirkung diskutiert. Zum Abschluss erfolgt eine gemeinsame Reflexion anhand der Fragen:

    Was hat euch am meisten Spaß gemacht?

    Was ist euch beim Arbeiten aufgefallen?

  • Mode ohne Geschlechtergrenzen – ein Fotoprojekt

    Dauer:
    Entwickelt:
    Zoe Much, im Dialog mit Eva & Chalo

    Stellt euch vor, ihr seid Fotograf*innen & Stylist*innen eines genderneutralen Fashion Labels. Ihr kreiert eine Fotostrecke die genau das widerspiegelt und mit Stereotypen und binären Sichtweisen auf Geschlecht und Mode bricht.

    Text „Genderless Fashion: Mode ohne Geschlechtergrenzen“ (Berliner Fashion Week, 29.07.2022)

    Queerness in Photography | C/O Berlin (co-berlin.org).

    Claude Cahun, französische Künstler*in, Fotograf*in, Darsteller*in, Aktivist*in und Schriftsteller*in des Surrealismus (Nantes 1894– 1954).

    Catherine Opie – Balenciaga’s Autumn 2018 collection

    Kurzbeschreibung

    Stellt euch vor, ihr seid Fotograf*innen & Stylist*innen eines genderneutralen Fashion Labels. Ihr kreiert eine Fotostrecke die genau das widerspiegelt und mit Stereotypen und binären Sichtweisen auf Geschlecht und Mode bricht.

    Ziele

    • Mit Mode, Identität und Körper experimentieren
    • Binäre Sichtweise (auf Mode) öffnen
    • Zusammenarbeit in Gruppen lernen
    • Bildkonzepte entwerfen und visualisieren
    • Fotografische Auseinandersetzung mit einem Thema, Konzept, Motiv, Ästhetik, Lichtsituation, Bildaufbau etc.

    Materialien

    Kameras oder Handys.
    Wenn möglich: Beleuchtungsmöglichkeiten, Lampen, Blitz, Farbfolien, farbige Stoffe, Kleidungsstücke, Accessoires, MakeUp, Schmuck etc.

    Ablauf

    Einführung (erste Doppelstunde)

    Das Thema kann mit einem Zitat: des japanischen Modedesigners Yohji Yamamoto eingeführt werden: „I always wonder who decided that there should be a difference in the clothes of men and women“ 1983.

    Diskussion in der Klasse über die Frage: Welche Kleidungsstücke oder Styling Elemente sind gesellschaftlich eher mit einem bestimmten Geschlecht behaftet und welche sind es nicht oder eher weniger ? Hierzu gehören auch Frisuren, Makeup, Schmuck, Accessoires …

    Gemeinsames Lesen des Textes: „Genderless Fashion: Mode ohne Geschlechtergrenzen“ (Berliner Fashion Week, 29.07.2022)

    Kurzer Einblick in die westliche Modegeschichte des 20. Jahrhunderts um zu zeigen wie binäre Sichtweisen Mode geprägt hat und prägt – und wie sich verändernde gesellschaftliche Denkmuster in der Mode widergespiegelt werden.

    Hier können Bildbeispiele dienen, die auf die Veränderung von Stereotypisierungen eingehen, zum Beispiel Klischee-Farben Rosa-Blau oder Hosen bzw. Röcken als spezifisch geänderte Kleidungsstücke. (siehe Powerpoint Präsentation)

    Mögliche Beispiele aus der Kunst und Fotografie wären folgende Webseiten, die die Schüler*innen selbstständig erkunden könnten.

    • Queerness in Photography | C/O Berlin (co-berlin.org).
    • Claude Cahun, französische Künstler*in, Fotograf*in, Darsteller*in, Aktivist*in und Schriftsteller*in des Surrealismus (Nantes 1894– 1954).
    • Catherine Opie – Balenciaga’s Autumn 2018 collection

    Aktion (zweite Doppelstunde)
    Aufgabe: Stellt euch vor, ihr seid Fotograf*innen & Stylist*innen eines genderfluiden/genderneutralen Fashion Labels. Ihr kreiert eine Fotostrecke die genau das widerspiegelt und mit Stereotypen und binären Sichtweisen auf Geschlecht und Mode bricht.

    Dies kann umgesetzt werden durch
    – Close-ups (Nahaufnahmen) von Posen oder Teilen bestimmter Körperteile
    – Kleidungsstücke, Schmuck, Make-up, Frisuren
    – durch Cross-dressing oder genderfluid Styling.
    – Stylingelemente oder Kleidungsstücke, die mit keinem Geschlecht behaftet sind
    – oder durch andere Ideen, die euch einfallen

    Ideen entwickeln und vorstellen
    Zum „Aufwärmen“ bilden die Schüler*innen kleine Teams, stellen Posen aus den Beispielen nach und dokumentieren dies fotografisch. Hier geht es zunächst darum ohne Utensilien oder Accessoires verschiedene Posen und den Bildaufbau auszuprobieren.

    Dann werden in Einzelarbeit eine oder mehrere konkrete Fotoideen zeichnerisch oder schriftlich skizziert – und die benötigten Materialien geklärt. Die Ideenskizzen werden anschließend im Plenum gegenseitig vorgestellt und besprochen.

    Fotografieren und Ergebnisse vorstellen (dritte Doppelstunde)
    Die Schüler*innen bringen die Accessoires mit, die sie für die Umsetzung ihrer Fotoideen benötigen, zum Beispiel Schmuck, Stoffe, Kleidungsstücke, Accessoires, Make-up, Nagellack, etc.

    In 2-er Teams wird gemeinsam je eine Motividee von jeder Person inszeniert und fotografiert und dabei spielerisch Bildaufbau, Licht, Kontrast, Farbigkeit erkundet.

    Im Plenum werden dann die Fotografien gezeigt und Komposition und die getroffenen ästhetischen Entscheidungen besprochen.

    Reflexion und Anmerkungen

    Die Schüler*innen selbst „rosa und blau“ „Junge oder Mädchen“ googlen lassen, statt nur von meiner Erfahrung der Google Suche zu berichten.

    Je nach Klasse bei Gruppenarbeit die Gruppengröße festlegen.

  • Den Alltag abformen: positiv-negativ

    Dauer:
    Entwickelt:
    Leonid Hrytsak, im Dialog mit Eva

    Egal ob Kopfhörer, Schlüsselbund oder Handyhülle – mittels Abdrücken mitgebrachter Alltagsgegenstände entdecken die Schüler*innen die Technik des Negativ-Positiv-Formens und des Gipsgießens. Sie lernen Fragen der Komposition kennen und gewinnen Einblicke in die Lebenswelten der Mitschüler*innen.


    Kurzbeschreibung

    Egal ob Kopfhörer, Schlüsselbund oder Handyhülle – mittels Abdrücken mitgebrachter Alltagsgegenstände entdecken die Schüler*innen die Technik des Negativ-Positiv-Formens und des Gipsgießens. Sie lernen Fragen der Komposition kennen und gewinnen Einblicke in die Lebenswelten der Mitschüler*innen.

    Ziele

    • Spielerisch an drei-dimensionales Arbeiten heranführen
    • Alltagswelten der Schüler*innen thematisieren, validierenüber mitgebrachte Objekte
    • Begegnungen und Verbindungen schaffen

    Materialien

    Ton, Holzbretter, Trennmittel (Vaseline), Gips, mitgebrachte Alltagsgegenstände

    Ablauf

    Einführung
    Zum Einstieg könnten die Schüler*innen schon fertig gestellte Gipsguss-Reliefs, die im Klassenzimmer gezeigt werden, aus der Nähe ansehen, berühren und deren Herstellungstechnik besprechen. Anschließend wird gemeinsam darüber nachgedacht werden, ob es in der Nachbarschaft Kunstwerke im öffentlichen Raum gibt, die durch Abguss Verfahren hergestellt sind. Andernfalls könnten auch anhand von Bildbeispielen Materialien, Herstellungsprozess und evtl. die geschichtliche Einordnung der gezeigten Werke besprochen werden (mit Büchern, Handouts oder Präsentation).

    Dann werden die einzelnen Schritte des Arbeitsprozesses erklärt und auf was man achten muss. (Siehe Arbeitsblatt). Hier wird auch nochmal erklärt, welche plastische Möglichkeiten zur Verfügung stehen. z. B. Objektabdrücke, Freihand-Modellierung oder auch Negativform als mögliches Endprodukt.

    Aktion
    Die Schüler*innen bringen 3 (kleinere) Gegenstände aus ihrem Alltag und ihrer Lebenswelt mit. (Münzen, Haarspangen, Schraubenzieher, Handyhülle, Schmuck, etc)

    In Kleingruppen (2–4) wird ein Bett aus Ton vorbereitet in das die Schüler*innen eine Auswahl der mitgebrachten Gegenstände abdrücken. Dabei wird auf die Konstellation und Komposition der ausgewählten Gegenstände geachtet (Größe, Form). Es können auch Strukturen bzw. Oberflächen mit der Hand modelliert werden. Damit der Gips nicht an den Objekten kleben bleibt werden diese mit Vaseline bepinselt.

    Dann wird eine Kiste gebaut aus Holz, Ton oder Pappe, die Negativplatte mit vier Wänden umschließt. Die Kiste wird dann mit angerührtem Gips gefüllt. (siehe Abb.)

    Wenn der Gips abgebunden hat, werden zuerst die Formwände und dann das noch feuchte Tonbett vorsichtig abgenommen. Falls noch weitere Tonreste an Hinterschneidungen hängen bleiben, kann man diese mit einem spitzen Modellierwerkzeug entfernen.

    Die Reliefplatte, die die Positivformen zeigt, könnte auch farbig gestaltet werden, mit Sprühfarbe, Trockenpigment oder Acryl/Wasserfarbe.

    Reflexion und Anmerkungen

    {nochmal bei L. nachfragen}

  • Musikinstrumente erfinden und bauen

    Dauer:
    Entwickelt:
    Benjamin Mathias, im Dialog mit Eva & Hannah

    Aus Alltagsmaterialien werden Fantasie-Musikinstrumente gebaut, mit denen Töne erzeugt werden können. Wenn alle Instrumente vorgestellt und vorgespielt wurden, kann gemeinsam, als Orchester, ein kurzes Musikstück improvisiert oder eine bekannte Melodie nachgespielt werden, zum Beispiel, die Melodie des Schulgongs.

    Daniel Charles: John Cage oder Die Musik ist los. Merve Verlag, Berlin 1979 S. 20f.
    Nevin Aladag, Resonator, 2019
    OK Go – Needing/Getting zeigen, wo eine Band mit Hilfe eines Autos einen ganzen Song komponiert.
    Internet Suchbegriff: „Unusual music instruments“
    Klassenkonzert


    Kurzbeschreibung

    Aus Alltagsmaterialien werden Fantasie-Musikinstrumente gebaut, mit denen Töne erzeugt werden können. Wenn alle Instrumente vorgestellt und vorgespielt wurden, kann gemeinsam, als Orchester, ein kurzes Musikstück improvisiert oder eine bekannte Melodie nachgespielt werden, zum Beispiel, die Melodie des Schulgongs.

    Ziele

    • An Klänge und Klangkunst heranführen
    • Experimentierlust und Erfindungsreichtum anregen
    • Auch unkonventionelle Musikinstrumente können coole Sounds machen
    • Aufeinander hören, zusammenspielen und improvisieren lernen, wie ein Orchester

    Materialien

    Karton, Basteldraht, Essstäbchen, Schrauben, Nägel, Korken, Acrylfarbe, Filzstifte, Kleber, Kreppband, Werkzeug

    Ablauf

    Einführung und erste Skizzen (erste Doppelstunde)

    Gemeinsames Brainstormen mit Beispielen aus dem Alltag der Schüler*innen:

    Welche Instrumente gibt es? Welche Gegenstände machen Geräusche?

    Thema Klang: Anhand von Bildbeispielen (Internet Suchwort: „Unusual music instruments“) wird in das Thema Klang eingeführt. Was macht den Klang eines Instruments aus? Woher kommt er, wie wird er hergestellt? Mit welchen Mitteln kann man sonst noch Klänge erzeugen?

    Thema Alltags Geräusche: Ein gutes Beispiel wäre der Künstler John Cage, der sagt, dass Klänge von Instrumenten durch „Intellektualisierung verbraucht sind“ und sich Geräuschen zuwendet,  die beim Anhören keine vorgefertigten Zuschreibungen erfahren. (Charles 1979, S. 20 – siehe Ressourcen)

    Thema Objektcharakter eines Musikinstruments: Als Beispiele dienen hier die „Resonator“ Werke (https://nevinaladag.com/works/resonator-musical-sculptures) der Künstlerin Nevin Aladag.

    Dann werden mit den Schüler*innen popkulturelle Beispiele gesammelt, in denen Alltagsgeräusche zu Sound und Musik verarbeitet werden. Gerne die Schüler*innen Beispiele nennen lassen.

    Als schönes Anschauungsbeispiel kann das Musikvideo von OK Go – Needing/Getting dienen. Hier komponiert eine Band mit Hilfe eines Autos einen ganzen Song.

    Den Rest der Stunde können die Schüler*innen dann Ideenskizzen von Phantasie Instrumenten anfertigen – nur Skizzen, keine aufwendigen Malereien. Wem dabei wenig einfällt kann Mischungen aus verschiedenen Instrumenten skizzieren.

    Materialien ausprobieren und mit dem Bauen beginnen (Zweite Doppelstunde)

    Jetzt überlegen sich die Schüler*innen Instrumente, die mit den vorhandenen Materialien realisierbar sind. Tipp: Es sollte unbedingt genügend Material zur Verfügung stehen, sodass alle Schüler*innen die gleichen Chancen haben.

    Die schon angefertigten Skizzen sind lediglich Brainstormingnotizen. Sie können, sie müssen aber nicht umgesetzt werden.

    Wichtig wäre hier schon zu überlegen, was am Ende gespielt werden soll und die Klasse in entsprechende Gruppen einteilen: zum Beispiel in Rhythmus-Instrumente, Zupf-/ Streichinstrumente, oder Blasinstrumente. Die Instrumente sollen einen hörbaren Klang erzeugen.

    Die Instrumente verfeinern und gestalten (dritte Doppelstunde)

    Hier wird an den Klangerzeugung gearbeitet und bildnerisch gestaltet – mit Farben und Applikationen.

    Die Instrumente vorstellen und gemeinsam spielen

    Am Ende stellt jede Gruppe (Paare) ihr Instrument vor und spielt ein paar Töne vor. Jetzt kann die gesamte Klasse versuchen gemeinsam eine kurze Melodie (z.B. den Schulgong) nachzuspielen.

    Klassenkonzert anhören

    Reflexion und Anmerkungen

    Wichtig ist, dass genug Materialien und Werkzeuge zur Verfügung stehen und gerecht aufgeteilt sind.

    Die Kriterien zur Benotung müssen klar und immer wieder formuliert werden. Zum Beispiel könnte die Note aus drei Kriterien bestehen. (1) Das kreative Engagement, (2) die Klangerzeugung, (3) Die optische Erscheinung.

    Info Autor*innen

    Hier kommen die Inhalte

  • Stadtraum erkunden: Was findet statt? Wer ist willkommen?

    Dauer:
    Entwickelt:
    Luca Daberto, im Dialog mit Eva & Chalo

    Schüler:innen erkunden ihren städtischen Lebensraum im Hinblick auf ihre Ein- und Ausschlüsse, Möglichkeiten und Barrieren Sie entwickeln eigene Visionen für dessen Gestaltung. Ziel ist es, die Wahrnehmung und das Verständnis urbaner Räume zu fördern sowie kreative, soziale und räumliche Gestaltungskompetenzen zu stärken.


    Kurzbeschreibung

    Schüler:innen erkunden ihren städtischen Lebensraum im Hinblick auf ihre Ein- und Ausschlüsse, Möglichkeiten und Barrieren Sie entwickeln eigene Visionen für dessen Gestaltung. Ziel ist es, die Wahrnehmung und das Verständnis urbaner Räume zu fördern sowie kreative, soziale und räumliche Gestaltungskompetenzen zu stärken.

    Ziele

    • Wahrnehmung der Gestaltung des Stadtraum
    • Imagination (anderer) Formen von urbanem Leben
    • Lesen von abstrahierten Darstellungsformen wie Karten
    • Entwerfen bzw. inszenieren von Innen- und Außenräumen
    • Experimentieren mit dreidimensionale Gestaltungstechniken
    • Gruppenbasierte Entscheidungs- und Gestaltungsprozesse

    Materialien

    • Stadtpläne ausgewählter Orte in kurzer Laufdistanz zur Schule (z.B. mithilfe von http://print.get-map.org)
    • Bastelmaterialien, Kleber, Papier, Pappe, Farbe

    Ablauf

    Feldforschung und Vorstellen der Ergebnisse (erste Doppelstunde)
    Die Lehrperson kündigt den Verlauf der Stunde an und teilt die Schüler:innen in 4 Kleingruppen auf. Diese besuchen jeweils eine von 4 Plätzen in maximal 10 minütiger Laufdistanz zur Schule. Die ausgewählten Orte sollen unterschiedlichen Charakter haben. Mithilfe von vorbereiteten Stadtplänen im DIN-A3-Format und einem Arbeitsblatt mit Forschungs-Fragen (siehe Ressourcen) erforschen die Schüler:innen die Orte.
    Zurück in der Klasse stellen die Schüler:innen ihre Beobachtungen und Eindrücke der ganzen Klasse vor. Abschließend regt die Lehrperson eine vergleichende Gruppendiskussion zu den Orten im Hinblick auf ihre Ein- und Ausschlüsse, Möglichkeiten und Barrieren an. 

    Modelle alternativer Visionen bauen (zweite & dritte Doppelstunde)
    In den folgenden zwei Doppelstunden entwickeln die Schüler*innen in den selben Kleingruppen alternative Platzgestaltungen für die untersuchten Flächen.
    Dann stellen die Teams ihre Modelle vor. Reflektierendes Gespräch über die Visionen, über die gebauten Modelle, über die Verbesserung des Stadtraums, für wen, etc.

    Reflexion und Anmerkungen

    Sind gegebenenfalls genug Begleitpersonen für die Ausflüge der Kleingruppen vorhanden?