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Kritilab Workshop 15./16. Juni 2026
Transform Weiterbildung
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Normativität dekonstruieren: Diskriminierungskritik als pädagogische Haltung und Praxis

Zweitägiger Workshop (auch eintägige Teilnahme möglich)
15./16. Juni | 9.45 – 16.30.00 Uhr
Akademie der Bildenden Künste München | Raum E.EG 28 Auditorium im EG Neubau. Der Raum ist rollstuhlgerecht, ebenso die Toiletten im EG.

Schule ist kein neutraler Ort. In etablierten Lehrplänen und Unterrichtsmaterialien wird täglich verhandelt, was als „normal“ und allgemeingültig gilt, wobei weiße, eurozentrische, heteronormative oder klassistische Perspektiven oft als unmarkierter Standard gesetzt werden. Die vielfältigen Lebensrealitäten der Schüler*innen bleiben dabei häufig unsichtbar. Wer den Unterricht diverser gestalten möchte, tappt jedoch leicht in die Reproduktionsfalle: Werden marginalisierte Perspektiven nur als gut gemeinte Ergänzung hinzugefügt, reproduzieren wir oft genau jene Stereotype, die wir eigentlich vermeiden wollen. Konsequentes diskriminierungskritisches Handeln erfordert zugrundeliegende Machtstrukturen und die eigenen Gewohnheiten der Wissensvermittlung aktiv zu hinterfragen.

Die zweitägige Transform-Fortbildung setzt genau hier an und fragt, wie wir strukturelle Ausschlüsse in der Lehre erkennen, aktiv verlernen und stattdessen diskriminierungskritische Zugänge fest im Unterrichtsalltag verankern können. Der erste Tag widmet sich dabei der Übersetzung von Theorie in pädagogisches Handeln. Wir erschließen uns analytische Werkzeuge, um Themenwahl, Bildsprache und Methoden machtkritisch zu prüfen. Auf Basis dieses gemeinsamen Verständnisses gehen wir am Nachmittag direkt in die Praxis über und arbeiten in Kleingruppen an eigenen diskriminierungskritischen Unterrichtsskizzen. Am zweiten Tag wechseln wir in einen kollaborativen Redaktionsmodus, der eng an die Arbeitsweise des kritilab angelehnt ist. Das kritilab ist eine Open-Source-Plattform, die sich als diskriminierungskritisches Labor an der Schnittstelle von Kunst, Bildung und Unterricht versteht. Um Wahrnehmungslücken zu minimieren und methodische Distanz zum eigenen Material zu schaffen, durchlaufen die Skizzen einen strukturierten Redaktionsprozess. Zur Dezentrierung der Autor*innenschaft übergeben die Verfasser*innen ihre Entwürfe an eine kollegiale Redaktionsgruppe. Dort werden die Konzepte zunächst individuell gelesen, kommentiert und auf ihre diskriminierungskritische Tragfähigkeit hin analysiert. Im Anschluss kommen die Gruppen wieder zusammen, um die gewonnenen Erkenntnisse in ein direktes, konstruktives Feedbackgespräch zu überführen. Die Fortbildung zielt neben der Vermittlung analytischer Grundlagen vor allem auf eine praxisnahe Auseinandersetzung ab. Die Teilnehmenden erarbeiten kollegial geprüfte Unterrichtsideen und stärken ihre Fähigkeit, das eigene Handeln kontinuierlich zu reflektieren. Alle fertigen Skizzen werden im Anschluss als Open-Source-Material auf der kritilab-Website https://kritilab.adbk-muenchen.de/ veröffentlicht. Unterrichtsskizzen, die den Redaktionsprozess während der zwei Tage aus Zeitgründen nicht vollständig durchlaufen können, werden im Nachgang durch unser Team redaktionell fertiggestellt.

Wir freuen uns auf zwei produktive, diskussionsreiche Tage mit euch!

Bei Fragen meldet euch jederzeit.

Herzliche Grüße,

das kritilab-Team: Alicia, Eva, Hannah, Miki, Nargol
E-Mail: redaktion@kritilab.adbk-muenchen.de