Schlagwort: Fotografie

Alle Skizzen

  • Bild und Bildaussage: Die Bedeutung eines Bildes durch künstlerische Eingriffe verschieben

    Dauer:
    Entwickelt:
    Brigitta Mate und Sophia Budimir in Dialog mit Miki, Nargol und Hannah

    Schüler*innen untersuchen, wie die Bedeutung eines Bildes durch künstlerische Eingriffe verändert werden kann. Sie wählen Bilder aus den Medien aus, die sie beispielsweise hinsichtlich stereotyper Zuschreibungen oder Machtverhältnissen kritisch betrachten, und verschieben deren Aussage mithilfe von Techniken wie Collage sowie gestalterischen Mitteln wie Farbkontrast hin zu einer diskriminierungskritischen Perspektive.

    Kurzbeschreibung

    Schüler*innen untersuchen, wie die Bedeutung eines Bildes durch künstlerische Eingriffe verändert werden kann. Sie wählen Bilder aus den Medien aus, die sie beispielsweise hinsichtlich stereotyper Zuschreibungen oder Machtverhältnissen kritisch betrachten, und verschieben deren Aussage mithilfe von Techniken wie Collage sowie gestalterischen Mitteln wie Farbkontrast hin zu einer diskriminierungskritischen Perspektive.

    Ziele

    • Verständnis von Bildsprache und visueller Kommunikation 
    • Kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen 
    • Analyse- und Interpretationskompetenz 
    • Kreative Gestaltungskompetenz 
    • Kooperation und Präsentationsfähigkeit

    Materialien

    • Ausdrucke oder digitale Präsentationen der ausgewählten Kunstwerke: Arbeitsblätter mit Leitfragen zur Bildsprache und Technik, QR-Codes  
    • Notizzettel oder Kärtchen (für die Sammlung gestalterischer Mittel) 
    • DIN A4 Zeichenkarton oder dickeres Papier 
    • Ausdrucke oder Kopien der Ausgangsbilder (die verändert werden sollen) 
    • Alte Zeitschriften, Magazine, Zeitungen (für Collagen) 
    • Scheren, Cutter, Klebestifte oder Flüssigkleber, Buntstifte, Filzstifte, Fineliner, Marker, Deckweiß, Tipp-Ex (für Übermalungen), ggf. Schablonen, Stempel, Strukturmaterialien (z. B. Stoffreste, Folien) ->malen theoretisch auch möglich, beansprucht aber mehr Zeit

    Ablauf

    Einführung

    Die Schüler*innen setzen sich mit der Frage auseinander, wie Bilder als Mittel der Kommunikation genutzt werden und welche Botschaften sie transportieren können. Im Zentrum der Unterrichtsskizze stehen die Themen Bildsprache, visuelle Kommunikation und eine diskriminierungskritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen. Es wird empfohlen, den Schüler*innen Begriffe wie “visuelle Kommunikation” und “Semiotik”  zu erklären.

    Bildanalyse

    Im nächsten Schritt wird eine Auswahl von künstlerischen Arbeiten gezeigt, die gesellschaftliche Themen diskriminierungskritisch beleuchten. Durch das Analysieren der Werke lernen die Schüler*innen über verschiedene Diskriminierungsformen.

    Die Arbeiten zeigen, wie durch gezielte künstlerische Eingriffe, etwa Collage, Schrift oder Gegenüberstellungen, bestehende Bilder verändert und mit neuer Bedeutung aufgeladen werden können. Da sie alle durch eine kritische Neugestaltung eines bestehenden Bildes entstanden sind können sie als Inspiration für die praktische Aufgabe dienen.

    Stationsarbeit

    Es werden mehrere Arbeitsstationen eingerichtet, an denen jeweils eine künstlerische Arbeit vertiefend bearbeitet werden kann. Zu jeder Station steht ein Arbeitsblatt bereit, das sowohl Informationen zur jeweiligen Arbeit als auch gezielte Fragen zur Bildsprache und zu den eingesetzten Techniken enthält. Ergänzend bieten QR-Codes weiterführende Inhalte zur Vertiefung.

    Die Schüler*innen bewegen sich selbstständig und im eigenen Tempo durch den Raum und bearbeiten die Stationen in beliebiger Reihenfolge. Am Ende sollten alle von jedem Arbeitsblatt ein Exemplar durchgearbeitet haben, wobei zumindest die Hälfte der Fragen beantwortet sein sollte.

    Arbeit als Paare

    In Partner*innenarbeit sammeln die Schüler*innen anschließend die künstlerischen Strategien und Verfahren, die in den analysierten Werken eingesetzt wurden, und halten diese auf einzelnen Zetteln fest. Nach der Betrachtung der Kunstwerke und der Bearbeitung der Fragen wird erwartet, dass sie die verwendeten Strategien und künstlerischen Mittel – etwa Hell-Dunkel-Kontrast, Zerschneiden, Übermalung, Collage oder den Einsatz von Schriftfarbe – erkennen und benennen können. Anschließend werden die Zettel von der Lehrkraft eingesammelt.

    Mindmap als Vertiefung

    Zur Vertiefung werden die zuvor entstandenen Zettel zufällig ausgeteilt. Die Schüler*innen werden anschließend aufgefordert, gemeinsam eine Mindmap zu erstellen, indem sie die Zettel in Gruppierungen an die Tafel kleben bzw. hängen. Mögliche Kategorien, die von der Lehrkraft vorgegeben werden können, sind etwa: inhaltliche Strategien, stilistische Strategien, Schriftgestaltung, Farbgestaltung, Techniken und Blickführung.

    Alle können jederzeit an die Tafel treten, etwas hinzufügen oder umgruppieren, solange am Ende jeder Zettel seinen passenden „Platz“ gefunden hat. Diese Übung vertieft die gesammelten Techniken und erleichtert das anschließende Brainstorming für die eigene kreative Arbeit.

    Materialsuche – daheim

    Für das weitere Arbeiten sollen alle Schüler*innen Bilder aus den Medien (z. B. Zeitungen, sozialen Medien, Plakaten etc.) auswählen, die sie kritisch betrachten, und überlegen, wie deren Aussage durch die genannten Verfahren verändert werden könnte. Die ausgewählten Bilder sollen der Lehrperson per Mail geschickt werden, damit sie ausgedruckt werden können. 

    Die Lehrperson sollte vorab überprüfen, ob die zugeschickten Bilder verfassungsfeindliche Symbole oder potenziell retraumatisierende Darstellungen von Gewalt enthalten, und gegebenenfalls eine alternative Auswahl anfordern.

    Zudem ist es essenziell, dass die Lehrkraft die spezifische Sensibilität und die Diversität der Schüler*innengruppe berücksichtigt. Da Bildmaterial unbewusste Diskriminierungen reproduzieren oder schmerzhafte Erfahrungen (Trigger) auslösen kann, sollte die Auswahl sensibel auf mögliche Marginalisierungserfahrungen abgestimmt sein.

    Ergänzend hierzu sollte die Lehrperson explizit kommunizieren, dass das Wohlbefinden der Lernenden Vorrang hat: Ein transparenter Disclaimer zu Beginn macht deutlich, dass sich Schüler*innen jederzeit melden können – sei es durch ein vereinbartes Zeichen oder im direkten Gespräch –, falls sie sich mit Inhalten unwohl fühlen. Den Lernenden sollte dabei die Freiheit zugestanden werden, sich ohne Rechtfertigungsdruck kurzzeitig aus der Situation zu entziehen.

    Praktisches Arbeiten

    Für das praktische Arbeiten wählen die Schüler*innen eigene Bilder aus, die sie als problematisch empfinden, und gestalten daraus diskriminierungskritische Kunstwerke im DIN-A4-Format. Die bereits ausgedruckten Bilder werden jeweils jener Person ausgeteilt, die sie zuvor der Lehrperson geschickt hat. Zusätzlich stellt die Lehrperson weiteres Material wie Bilder, Zeitungen und Broschüren bereit, da antizipiert werden kann, dass ein Teil der Schüler*innen das eigene Material vergisst. So können sich all diejenigen spontan von den dortigen Motiven inspirieren lassen und diese bearbeiten.

    Bei der Gestaltung setzen die Schüler*innen die zuvor erarbeiteten Techniken ein, um die ursprüngliche Bildaussage zu dekonstruieren und neu zu interpretieren. Durch den Einsatz von Schrift, Collage, Übermalung, Kontrasten und weiteren gestalterischen Mitteln entwickeln sie individuelle Arbeiten, die einen kritischen Blick auf ein selbstgewähltes gesellschaftliches Thema werfen.

    Präsentation

    Nach der praktischen Arbeit werden die entstandenen Werke in Form eines Gallery Walks betrachtet. Die Schüler*innen präsentieren dabei ihre eigenen Arbeiten, um eine authentische Selbstrepräsentation zu gewährleisten und Fehlinterpretationen oder „Over-Explaining“ durch andere zu vermeiden.

    Im Anschluss teilen die übrigen Schüler*innen ihre Beobachtungen, Fragen oder Gedanken mit der Gruppe. Dabei können sie darauf eingehen, welche Kritik das Werk formuliert und welche gestalterischen Mittel eingesetzt wurden, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.

    Optional kann die Lehrperson die Ergebnisse am Ende in einem gemeinsamen Heft oder einer digitalen Sammlung dokumentieren und der Klasse zur Verfügung stellen.

    Reflexion und Anmerkungen

    Die Schüler*innen hatten eine Doppelstunde Zeit für die Praxis. Das bedeutete, dass sie ihr Kunstwerk innerhalb einer einzigen Stunde fertigstellen mussten, was den kreativen Prozess stark unter Zeitdruck setzte. Wir würden das nächste MAl mehr Zeit geben. -> Jedoch muss man dazu sagen, dass oft genau der Zeitdruck zu besseren Ergebnissen führen kann, weil man sich nicht zu lange überlegen kann, sondern direkt einfach anfangen. Dies hat sich auch bei den tollen Ergebnissen der Schüler*innen gezeigt 

    -Außerdem war es aus Zeitgründen leider nicht möglich, alle Ergebnisse gemeinsam anzuschauen. Wir konnten nur etwa 6–7 Arbeiten im Plenum besprechen. Dabei wäre es sicherlich spannend gewesen, alle Werke zu sehen, da sie sehr unterschiedliche Perspektiven und Themen aufgegriffen haben. Für eine zukünftige Durchführung würden wir daher überlegen, wie man eine individuelle Präsentationsform integrieren könnte, zum Beispiel in Form eines Gallery Walks oder durch eine Präsentation in Kleingruppen.

    Info Autor*innen

    Brigitta Mate und Sophia Budimir sind Studierende der Kunsthochschule Mainz und studieren Kunst auf Lehramt. Sophia ist in einer Medienklasse und Brigitta in einer Bildhauereiklasse. Beide haben ihr orientierendes Praktikum in der Schule absolviert und nahmen an kunstpädagogischen Projekten teil.

  • Vielfalt des Zusammenlebens – den Familienbegriff erweitern und inklusiv denken

    Dauer:
    Entwickelt:
    Katharina Scholten in Dialog mit Hannah, Miki und Nargol

    Familie kann so vielfältig sein! Bildimpulse aus Malerei, Werbung und Medien machen die Vielzahl an Beziehungsformen sichtbar. Der Fokus weitet sich von der gesellschaftlich oft privilegierten Kleinfamilie (Vater, Mutter, Kind) hin zu Eineltern-, Patchwork-, Wahl- und Regenbogenfamilien. Fragen wie „Wer kann alles Familie sein?“, „Muss Familie immer auf biologischer Abstammung basieren?“ und „Welche weiteren Formen des Zusammenlebens können angenommen werden?“ helfen – im theoretischen wie im praktischen Teil – das Verständnis der Schüler*innen vom Konzept „Familie“ zu erweitern.

    Kurzbeschreibung

    Familie kann so vielfältig sein! Bildimpulse aus Malerei, Werbung und Medien machen die Vielzahl an Beziehungsformen sichtbar. Der Fokus weitet sich von der gesellschaftlich oft privilegierten Kleinfamilie (Vater, Mutter, Kind) hin zu Eineltern-, Patchwork-, Wahl- und Regenbogenfamilien. Fragen wie „Wer kann alles Familie sein?“, „Muss Familie immer auf biologischer Abstammung basieren?“ und „Welche weiteren Formen des Zusammenlebens können angenommen werden?“ helfen – im theoretischen wie im praktischen Teil – das Verständnis der Schüler*innen vom Konzept „Familie“ zu erweitern.

    Ziele

    • Kennenlernen von unterschiedlichen Familienkonstellationen
    • Sensibilisierung für vielfältige Formen des Zusammenlebens
    • Hinterfragen von normativen Zuweisungen
    • Reflexion über die Darstellung von Familienbildern bzw. -formen in Medien
    • Kritische Auseinandersetzung mit Familienbildern in der bildenden Kunst

    Materialien

    • Handout
    • Bildersammlung 
    • farbige Kärtchen und Permanentmarker  
    • Requisiten 
    • Kulissen (falls vorhanden) 
    • Handy zum Fotografieren 

    Verortung

    Dieses Unterrichtskonzept wurde entwickelt, um dominante eurozentristische Familienbilder kritisch zu hinterfragen und den Blick der Schüler*innen für vielfältige Familienkonstellationen zu öffnen. Ausgangspunkt war eine Analyse gängiger Schulbücher, in denen Familien überwiegend als weiße Kernfamilien („Vater, Mutter, Kind“) dargestellt werden. Die Unterrichtsskizze setzt dieser normativen Darstellung bewusst alternative Familienformen entgegen, um ihre Sichtbarkeit zu stärken und eine reflektierte Auseinandersetzung mit dem Begriff „Familie“ anzuregen.

    Die Unterrichtsskizze orientiert sich an mehreren Forschungsfragen:

    • Welche Familienbilder wählen Schüler*innen bevorzugt aus einer von der Lehrperson ausgewählten Bildersammlung? 
    • Welche Kriterien oder Assoziationen beeinflussen ihre Auswahl?
    • Und wie wirkt sich der Sprachgebrauch der Schüler*innen darauf aus, wie sie zwischen gesellschaftlich privilegierten und marginalisierten Familienformen unterscheiden?

    Durch die Analyse der Bildauswahl und die anschließende Reflexion werden implizite Normen sichtbar und für die Lernenden bearbeitbar.

    Zudem wird untersucht, welche Formen des Zusammenlebens im Unterricht benannt werden und welche Begriffe Schüler*innen verwenden, um diese zu beschreiben. Dieser Fokus auf Sprache ermöglicht eine Sensibilisierung für normative Zuschreibungen sowie für wertschätzende, diskriminierungsbewusste Ausdrucksweisen.

    Die Rolle der Lehrperson umfasst eine moderierende und unterstützende Funktion: Sie schafft Räume für Austausch, hört aufmerksam zu und achtet auf eine respektvolle Kommunikationskultur. Durch gezielte Impulse und offene Fragen unterstützt sie die Schüler*innen dabei, eigene Vorstellungen, mediale Prägungen und gesellschaftliche Normen bewusst wahrzunehmen und zu reflektieren.

    Ablauf

    Einstieg

    Zu Beginn wird das Thema „Familienbilder“ über eine Gruppenarbeit eingeführt. Die Lehrperson bringt verschiedene Familienbilder mit, die als Grundlage für die gemeinsame Arbeit dienen. Die Bilder werden im Raum verteilt und die Schüler*innen stellen sich zu dem Bild, das sie spontan anspricht.

    Im Anschluss denken die Schüler*innen einzeln über ihr Bild nach. Leitfragen können unterstützen, z. B.:

    • Welche Körperhaltungen sind zu sehen?
    • Gibt es Gesten, die traditionell weiblich oder männlich codiert sind?
    • Welche ‚Sorge-Rollen‘ (Care-Arbeit) werden wem zugeschrieben?
    • Wirkt die dargestellte Familie eher nah oder distanziert?

    Die Beobachtungen werden in der Gruppe ausgetauscht. Gemeinsam sammeln die Schüler*innen Begriffe und Eindrücke, die sie mit dem Wort „Familie“ verbinden.

    Am Ende des Einstiegs präsentieren die Gruppen ihre Ergebnisse im Plenum. Die Lehrperson moderiert den Austausch, sorgt für einen respektvollen Rahmen und unterstützt die Schüler*innen dabei, unterschiedliche Sichtweisen aufmerksam und kritisch zu betrachten.

    Praktischer Teil

    Im praktischen Teil analysieren die Schüler*innen ihr Bild, indem sie sich vorstellen, dass es ein Filmstill ist. Sie entwickeln gemeinsam eine kurze Szene: Worum könnte es gehen? Welche Beziehungen werden sichtbar? Wie könnte die Handlung weitergehen?

    In Kleingruppen planen sie eine fotografische Umsetzung ihrer „Family of Choice“-Szene. Dabei entscheiden sie bewusst, welche Rollen, Gesten und Körperhaltungen sie verwenden möchten, um die Beziehungsdynamik innerhalb der Gruppe auszudrücken – ohne auf stereotype Kostüme oder Verkleidungen zurückzugreifen.

    Die Schüler*innen gestalten ihre Szene fotografisch und reflektieren, welche gesellschaftlichen Bilder von Fürsorge, Verantwortung und Zugehörigkeit ihre Entscheidungen beeinflussen. Anstatt lediglich die dominante Rollenverteilung (Vater-Mutter-Kind) oder deren Umkehrung darzustellen, untersuchen sie, wie Familie jenseits dieser normativen Schablonen aussehen kann und wie Zusammengehörigkeit inszeniert wird.

    Sie prüfen kritisch, wann stereotype oder diskriminierende Darstellungen entstehen könnten, und überarbeiten diese entsprechend. Ein wichtiger Fokus liegt dabei darauf, Beziehungen darzustellen, statt Identitäten zu imitieren (z. B. keine Aneignung von ethnischen Merkmalen oder das karikieren von sexueller Orientierung).

    Die Lehrperson begleitet diesen Prozess, sensibilisiert für problematische Darstellungen (z. B. Reproduktion von rassistischen oder klassistischen Stereotypen) und moderiert Gespräche, in denen gängige Rollenbilder bewusst gemacht und dekonstruiert werden.

    Abschluss

    Zum Abschluss präsentieren die Gruppen ihre fotografischen Szenen und beschreiben, welche Beobachtungen oder Überlegungen für sie zentral waren. Die Lehrperson stellt Rückfragen, sichert eine wertschätzende Gesprächskultur und die Schüler*innen vergleichen die unterschiedlichen Sichtweisen. Gemeinsam reflektieren sie, wie vielfältig Familienbilder gelesen und interpretiert werden können.

    Reflexion und Anmerkungen

    Sowohl für den theoretischen als auch den praktischen Teil könnte mehr Zeit eingeplant werden, da sich auf Seite der Schüler*innen ein großes Interesse und Diskussionsbedarf zeigte.

    Die Bilderauswahl kann selbstverständlich auch erweitert werden und je nach Bedarf stärker differenzieren.

    In der praktischen Übung zeigte sich, dass die Schüler*innen das Thema auf einer weiteren Ebene bearbeiten können. Durch die fotografischen Inszenierungen stellten sie unterschiedliche Familienformen und Formen von Zusammengehörigkeit dar. Auffällig war, dass das Hineinschlüpfen in eine Rolle zwei Effekte hatte: Einerseits spiegelten die Schüler*innen gesellschaftlich gelernte Verhaltensmuster wieder, andererseits wurde durch die Rollenarbeit eine gewisse Distanz zur eigenen sozialen Position möglich.

    In der gemeinsamen Werkbetrachtung am Ende der Einheit zeigte sich eine zusätzliche Reflexionsebene: Die Schüler*innen nahmen zunehmend einen repräsentations- und gesellschaftskritischen Blick ein. Für mich als Lehrperson wurde dadurch sichtbar, wie bewusst oder unbewusst Rollenbilder, Normen und Zuschreibungen in ihren Darstellungen auftauchen – und wie produktiv diese Momente für eine kritische Auseinandersetzung genutzt werden können.

    Info Autor*innen

    Als Absolventin eines Romanistik Studiums für die Sprache Französisch an der Universität Wien (2020) und als  Lehramtsstudentin der beiden Unterrichtsfächer Französisch und Kunst & Gestaltung (seit 2021) darf ich meine  Begeisterung und Leidenschaft beider Fächer zukünftig in der Schule weitergeben. Mein besonderes Interesse an der  Soziologie und (inter)kulturellen Repräsentationen soll im Kunstunterricht Anklang finden. Derzeit unterrichte ich an  keiner Schule und fokussiere mich voll und ganz auf meine Ausbildung.

  • Müllmonster — Die Schatten der Konsumgesellschaft

    Dauer:
    Entwickelt:
    Anna Angerer in Dialog mit Leonie, Nargol, Miki, Hannah

    Müllmonster werden im Stil der künstlerischen Arbeit “Dirty White Trash with Gulls” von Tim Noble & Sue Webster als Schatten zum Leben erweckt. Diese Gelegenheit wird genutzt, um über den Begriff “Müll” zu philosophieren. Fragen wie “Wer legt fest, was als Müll gilt und was nicht?” oder “Wo landet der Müll, den wir nicht verwerten können?” tauchen auf und werden kontextualisiert.

    Kurzbeschreibung

    Müllmonster werden im Stil der künstlerischen Arbeit “Dirty White Trash with Gulls” von Tim Noble & Sue Webster als Schatten zum Leben erweckt. Diese Gelegenheit wird genutzt, um über den Begriff “Müll” zu philosophieren. Fragen wie “Wer legt fest, was als Müll gilt und was nicht?” oder “Wo landet der Müll, den wir nicht verwerten können?” tauchen auf und werden kontextualisiert.

    Ziele

    • Sensibilisierung zum Thema Müll im Alltag der Schüler*innen
    • Den Begriff “Müll” definieren und als Konstrukt hinterfragen
    • Den Wert und Kontext von Ressourcen aus verschiedenen Perspektiven betrachten
    • respektvoller Umgang mit Ressourcen — auch in künstlerischen Prozessen
    • Schattenkunst als Technik kennenlernen
    • mit räumlichem / plastischem Arbeiten experimentieren

    Materialien

    • anorganischer Müll, der gesäubert werden kann
    • Lichtquelle (z. B. Smartphone-Lampe, Taschenlampen …)
    • Kamera (Fotokamera, Smartphone …)
    • Unterlagen
    • eventuell Papier/Karton als provisorische Leinwand für jede Gruppe
    • Scheren
    • Cutter
    • Tacker
    • Locher
    • Kreppband
    • Klammern (z. B. Büroklammer, Musterklammer, Clips …)
    • Schnüre
    • Nähsachen
    • Beamer, Leinwand für die Präsentationen
    • Stifte und Papier für eventuelle Skizzen

    Ablauf

    Vorbereitend
    In Vorbereitung auf den Unterricht werden die Schüler*innen zwei Wochen vorher aufgefordert, anorganischen Müll zu sammeln. Das können Verpackungsmüll oder alte Gebrauchsgegenstände (Kleidung, Haarklammern) sein. Wichtig ist, dass sie gesäubert werden können. Der Müll darf aus dem eigenen Umfeld (Familie, Bekannte, Schule …), aber auch aus dem öffentlichen Raum stammen. Es ist wichtig, Hygienevorschriften mit den Schüler*innen zu besprechen.

    Einstieg
    Für den Unterrichtseinstieg ist ein Quiz angedacht, um die Schüler*innen zu aktivieren und ihr bereits vorhandenes Wissen zu erfassen.

    Eine Quiz-Möglichkeit ist dem Prinzip der Kindersendung “1, 2 oder 3” nachempfunden. 

    Die Lehrperson hat mehrere Fragen vorbereitet, die jeweils drei Antwortmöglichkeiten erlauben. Verschiedene Teile des Klassenzimmers werden den Antwortmöglichkeiten 1–3 zugewiesen. Die Schüler*innen stellen sich in den Antwortbereich, den sie für den Richtigen halten. 

    Beispielfragen könnten sein:

    • Welcher Haushaltsmüll entsteht am häufigsten?
    • “Was kommt wohin” – Wie wird Müll getrennt? (Eine Coladose, ein Regenschirm, gekochtes Gemüse…)
    • Wo landet der Müll, den wir nicht verwerten können? (Andere Länder / Müllberge)
    • anorganisch/ organisch: Ist dieser Müll (an-)organisch? (Windel, Obst, Joghurt, Klebeband, Papier…)
    • Wie viel Müll produzieren Privathaushalte? 
    • Wie viel industrieller Müll entsteht in Zeitraum x?
    • Wie wird der Müll in der Stadt und in der Schule getrennt und verwertet?
    • Wie lange braucht … (z. B. PET-Flasche) bis es sich in der Natur zersetzt?

    Zusammentragen des Mülls & Diskussion
    Nach dem Quiz werden die Schüler*innen aufgefordert, ihren gesammelten Müll auf einem Haufen im Klassenraum zusammenzutragen. Von diesem ausgehend startet eine gemeinsame Diskussion über die Erfahrungen beim Müllsammeln.

    Beispielfragen für die Diskussion: 

    • Wie herausfordernd war es, viel Müll zusammenzutragen? (Skala 1–10) 
    • Nach welchen Kriterien habt ihr den Müll ausgesucht?
    • Wie habt ihr den Müll gesäubert? Hattet ihr dabei besondere Gedanken oder Gefühle erlebt?
    • Was kommen euch für Gedanken, wenn ihr den Müllberg hier seht?
    • Wo landet der Müll, wenn ihr ihn nicht für den Kunstunterricht sammelt

    Experimentieren
    Nach der Diskussion nähern sich die Schüler*innen dem Material an. In einer kurzen Arbeitsphase wird versucht, aus verschiedenen Materialien kleine Skulpturen zu erschaffen, die mit Taschenlampen bzw. Smartphones beleuchtet werden.  

    Wie können Materialteile verbunden werden, ohne Klebstoff zu verwenden? Wie wirken die unterschiedlichen Texturen, wenn sie mit der Taschenlampe beleuchtet werden?

    Reflexion anhand einer Beispielarbeit
    Im nächsten Schritt wird die künstlerische Arbeit “Dirty White Trash with Gulls” von Tim Noble & Sue Webster vorgestellt.
    Die Lehrkraft fordert die Schüler*innen auf, ihre Assoziationen zu der Arbeit mitzuteilen. Mit den gesammelten Assoziationen und den Beiträgen aus der Diskussion kann eine Reflexion zu dem Thema Müll und der künstlerischen Praxis durchgeführt werden.  

    Beispielfragen für die Reflexion:

    • Wer legt fest, was als „Müll“ gilt und was nicht? Wie könnten dominante Vorstellungen davon, was wertlos ist, kulturelle Praktiken oder Objekte von marginalisierten Gruppen abwerten oder unsichtbar machen?
    • Eine Künstler*in entscheidet sich bewusst für “Abfall”-Materialien. Welche (stereotypen) Erwartungen könnten damit beim Publikum geweckt werden (z. B. hinsichtlich der Herkunft oder des sozialen Status der Künstler*in)? Wie unterscheidet sich die Wahrnehmung, wenn dieselbe Technik von einer Person aus privilegierten Hintergrund angewandt wird vs. einer Person aus einer marginalisierten Gruppe?
    • Wenn bestimmte Gruppen als besonders “sparsam” oder “erfinderisch im Umgang mit Resten” gelobt werden (“positiver” Rassismus): Wie kann diese Zuschreibung problematisch sein und von strukturellen Nachteilen oder fehlenden Ressourcen ablenken?
    • Wie nutzt der Titel „Dirty White Trash“ ein Vorurteil (Stereotyp), um eine Gruppe von Menschen herabzusetzen? Was bewirkt es, dass das Kunstwerk diese Beleidigung so direkt aufgreift und mit dem sichtbaren Abfall verbindet?
    • Weshalb ist die Betrachtung von Upcycling als umweltbewusstes und trendy Hobby eine nur einseitige Perspektive? Welche Relevanz hat der Kontext, aus dem heraus Upcycling betrieben wird?
    • Die durch den Schatten abgebildeten Künstler*innen haben für den Haufen ihren gesammelten Müll von sechs Monaten verwendet. Inwiefern ändert diese Zusatzinformation das Verständnis der Arbeit?

    Praktische Phase: Müllmonster
    In dieser Phase setzen sich die Schüler*innen praktisch mit dem Müll auseinander. Die Aufgabe besteht darin, dass die Schüler*innen ein “Müllmonster” erschaffen. Wie auch in der zuvor besprochenen Arbeit sollen diese als Schatten und nicht als Objekt im Raum entstehen.

    Hierbei können sie sich an dem gesammelten Müll bedienen.

    Um die Aufmerksamkeit der Schüler*innen auf die Materialien und das Prinzip der Mülltrennung zu schärfen, sollte angeregt werden, auf Klebstoffe zu verzichten. Zum Beispiel können verschiedene Teile ineinander gesteckt werden.
    So können die Monster auch wieder zerteilt und die verwendeten Materialien sortenrein entsorgt werden.

    Die Schüler*innen erarbeiten die Monster in Gruppen und können mit einer mitgebrachten Taschenlampe oder dem Smartphone den Schattenwurf der verschiedenen Materialien fortlaufend erkunden. 

    Interessante Zwischenergebnisse werden fotografisch festgehalten. Wie bei Dirty White Trash werden die Schatten mit dem Müllhaufen zusammen fotografiert.


    Kollektiven Steckbrief erstellen
    Zu den fotografierten Monstern überlegen sich die Gruppen Geschichten in Form eines Steckbriefs. Woher kommt das Monster? Aus was besteht es? Welche Zukunft hat es? Was sind die Träume des Monsters? Für wen stellt das Monster eine Bedrohung dar? 

    Präsentation
    Die fotografisch dokumentierten Müllmonster-Schatten werden vor der ganzen Klasse gezeigt und jede Gruppe erzählt über ihre künstlerische Arbeit. Hier kann eine abschließende Besprechung stattfinden.

    Mögliche Weiterführung des Projekts
    Vielleicht bietet sich den Monstern ja auch eine Gelegenheit, im Rahmen einer Ausstellung ihre Geschichten dem Rest der Schule zu erzählen.

    Nachbereitung
    Es wird empfohlen, die Objekte nach Projektabschluss wieder auseinander zu nehmen und den Müll artgerecht zu trennen.

    Reflexion und Anmerkungen

    Die Stunden wurde vor der Veröffentlichung nicht unterrichtet.


    Info Autor*innen

    Anna studiert den Master Kunst und Kommunikative Praxis an der Universität für angewandte Kunst Wien und das Unterrichtsfach Deutsch an der Universität Wien und hat Unterrichtserfahrung im Rahmen einiger Praktika sammeln können.

  • Unsere Körper als Skulptur-performative Strategien

    Dauer:
    Entwickelt:
    Lea Geerkens, in Dialog mit Eva

    In dieser spielerischen Erkundung von performativen Strategien wird der eigene Körper im Raum, in Bezug zu Alltagsgegenständen und in Verbindung mit den Mitschüler*innen erprobt und für ein Foto inszeniert.

    Kurzbeschreibung

    In dieser spielerischen Erkundung von performativen Strategien wird der eigene Körper im Raum, in Bezug zu Alltagsgegenständen und in Verbindung mit den Mitschüler*innen erprobt und für ein Foto inszeniert.

    Ziele

    • Bilder mit dem eigenen Körper formen und das “Bild werden” des eigenen Körpers erfahren 
    • Mit der eigenen Sichtbarkeit und Auftritt experimentieren
    • Mit anderen durch Bewegung in Kontakt kommen und körperliche, räumliche Konstellationen bilden
    • Körperpräsenz stärken und Angst vor dem Gesehenwerden vermindern
    • Perfektionismus verringern
    • Selbst- und Fremdwahrnehmung schulen 
    • Körperzuschreibungen verlernen

    Materialien

    • IPad oder Handy mit Verbindungsmöglichkeit zum Beamer 
    • Platz in der Mitte des Klassenzimmers oder Flur

    Ablauf

    Zum Einstieg (5 min) wird eine kurze Körperübung gemacht, die für die eigene Körperwahrnehmung im Raum und zu den Mitschüler*innen sensibilisiert.

    „Stellt euch einfach gerade hin, wer möchte, kann kurz die Augen schließen. Nehmt die Kontaktpunkte von euren Füßen zum Boden bewusst wahr. Nehmt die Geräusche um euch herum wahr. Was hört ihr im Klassenzimmer? Was außerhalb? Falls noch jemand zur Tür hereinkommt, nehmt die Geräusche wahr. Spürt, wo sich euer Körper müde anfühlt.“

    Einführung: (20 min)
    Als Einführung zum Thema Performance werden Beispiele von Valie Export, Francis Alÿs, Trisha Brown und Erwin Wurm gezeigt und anschließend besprochen: Was habt ihr gesehen? Wie heißt diese Kunstform? Was macht sie aus? Welche Rolle spielt der Körper?

    Valie Export Performances, 1980er

    Francis Alÿs, Cuentos patróticos 1997

    Francis Alÿs, Paradox of Praxis 1

    Trisha Brown

    Warm-up Übungen (15 min) 
    Um Platz zu machen werden alle Tische zur Seite geschoben.

    • Warm-up Übung 1: Durch den Raum gehen, 3 x Freeze

    „Nutzt die Zwischenräume, achtet aufeinander, wenn ich Freeze sage, bleibt wie versteinert stehen. Achtet darauf, dass man jede kleinste Bewegung, wie Augenrollen und Fingerbewegungen sieht.“

    • Warm-up Übung 2: Skulpturen formen

    Vorab hinweisen, dass es nicht um große, extrovertierte Übungen geht, dass nichts falsch gemacht werden kann.

    Hefeteig-Metapher:
    „Geht zu zweit zusammen, eine Person spielt jetzt Bildhauer*in, die andere Person ist die Skulptur. Die Bildhauer*in berührt die Skulptur (unter Konzens) an Gelenken. Die Skulptur stellt sich vor, dass der Körper an dieser Stelle wie Hefeteig nach außen expandiert.”

     →Wechsel

    Vertrocknungs-Metapher:
    „Gleiche Übung nochmal machen, nur stellt ihr euch jetzt vor, dass ihr bei jeder Berührung nach innen hin zusammenschrumpft, wie ein vertrocknendes Blatt.“

    Zwischenfrage: Wie habt ihr euch als Skulptur gefühlt?

    Arbeitsauftrag (30min)
    Zuerst werden die One Minute Sculptures von Erwin Wurm angesehen.

    1. Bildet kleine Gruppen (3-4 Schüler*innen) und formt verschiedene „lebende Skulpturen“.
    2. Haltet diese durch Fotos oder kurze Videos fest
    3. Zeigt anschließend euer Resultat der Klasse mit dem Beamer

    “Beachtet bei der Zusammenarbeit folgende Punkte:

    Kann sich die Skulptur bewegen? Macht sie Sound? Spielt mit dem Verschwinden von Gesichtern. Wie könnt ihr zu einem großen Körper werden? Benutzt evtl. Pullis, Jacken oder Objekte.” 

    “Spielt mit der Orientierung im Raum. Wie steht die Skulptur im Raum? Reagiert sie auf die Architektur? Was passiert, wenn Teile der lebenden Skulptur, weiter hinten im Raum stehen? Beim Fotografieren: spielt mit der Perspektive.”

    Austausch und Nachbesprechung
    Dann werden die gemachten Fotos und Videos gezeigt und gemeinsam besprochen. 

    “Welchen Namen würdet Ihr eurer Skulptur geben?”

    Reflexion und Anmerkungen

    Beim nächsten Mal würde ich weniger Künstler*innen zum Einstieg zeigen. Die Warm-up Phase könnte länger werden, zum Beispiel mit zusätzlichen Übungen: 

    Die Aktionen könnten weiter im öffentlichen Raum stattfinden

    Erneut durch den Raum gehen, bei Freeze zu zweit eine Skulptur formen, beim nächsten Freeze zu dritt 

    zu zweit zusammengehen und eine Skulptur formen, die eine repetitive Bewegung macht. Wer möchte, zeigt seine Skulptur der Klasse live.

    Info Autor*innen

    Lea ist Studierende der Kunstvermittlung und testet im Praktikum die ersten Unterrichtsideen. Die Übungen für diese Stunde wurden in diversen Tanzstunden und Performance Seminaren entwickelt. Seit einigen Jahren arbeitet Lea auch in außerschulischen kunstpädagogischen Bereichen.

  • Mode ohne Geschlechtergrenzen – ein Fotoprojekt

    Dauer:
    Entwickelt:
    Zoe Much, im Dialog mit Eva & Chalo

    Stellt euch vor, ihr seid Fotograf*innen & Stylist*innen eines genderneutralen Fashion Labels. Ihr kreiert eine Fotostrecke die genau das widerspiegelt und mit Stereotypen und binären Sichtweisen auf Geschlecht und Mode bricht.

    Text „Genderless Fashion: Mode ohne Geschlechtergrenzen“ (Berliner Fashion Week, 29.07.2022)

    Queerness in Photography | C/O Berlin (co-berlin.org).

    Claude Cahun, französische Künstler*in, Fotograf*in, Darsteller*in, Aktivist*in und Schriftsteller*in des Surrealismus (Nantes 1894– 1954).

    Catherine Opie – Balenciaga’s Autumn 2018 collection

    Kurzbeschreibung

    Stellt euch vor, ihr seid Fotograf*innen & Stylist*innen eines genderneutralen Fashion Labels. Ihr kreiert eine Fotostrecke die genau das widerspiegelt und mit Stereotypen und binären Sichtweisen auf Geschlecht und Mode bricht.

    Ziele

    • Mit Mode, Identität und Körper experimentieren
    • Binäre Sichtweise (auf Mode) öffnen
    • Zusammenarbeit in Gruppen lernen
    • Bildkonzepte entwerfen und visualisieren
    • Fotografische Auseinandersetzung mit einem Thema, Konzept, Motiv, Ästhetik, Lichtsituation, Bildaufbau etc.

    Materialien

    Kameras oder Handys.
    Wenn möglich: Beleuchtungsmöglichkeiten, Lampen, Blitz, Farbfolien, farbige Stoffe, Kleidungsstücke, Accessoires, MakeUp, Schmuck etc.

    Ablauf

    Einführung (erste Doppelstunde)

    Das Thema kann mit einem Zitat: des japanischen Modedesigners Yohji Yamamoto eingeführt werden: „I always wonder who decided that there should be a difference in the clothes of men and women“ 1983.

    Diskussion in der Klasse über die Frage: Welche Kleidungsstücke oder Styling Elemente sind gesellschaftlich eher mit einem bestimmten Geschlecht behaftet und welche sind es nicht oder eher weniger ? Hierzu gehören auch Frisuren, Makeup, Schmuck, Accessoires …

    Gemeinsames Lesen des Textes: „Genderless Fashion: Mode ohne Geschlechtergrenzen“ (Berliner Fashion Week, 29.07.2022)

    Kurzer Einblick in die westliche Modegeschichte des 20. Jahrhunderts um zu zeigen wie binäre Sichtweisen Mode geprägt hat und prägt – und wie sich verändernde gesellschaftliche Denkmuster in der Mode widergespiegelt werden.

    Hier können Bildbeispiele dienen, die auf die Veränderung von Stereotypisierungen eingehen, zum Beispiel Klischee-Farben Rosa-Blau oder Hosen bzw. Röcken als spezifisch geänderte Kleidungsstücke. (siehe Powerpoint Präsentation)

    Mögliche Beispiele aus der Kunst und Fotografie wären folgende Webseiten, die die Schüler*innen selbstständig erkunden könnten.

    • Queerness in Photography | C/O Berlin (co-berlin.org).
    • Claude Cahun, französische Künstler*in, Fotograf*in, Darsteller*in, Aktivist*in und Schriftsteller*in des Surrealismus (Nantes 1894– 1954).
    • Catherine Opie – Balenciaga’s Autumn 2018 collection

    Aktion (zweite Doppelstunde)
    Aufgabe: Stellt euch vor, ihr seid Fotograf*innen & Stylist*innen eines genderfluiden/genderneutralen Fashion Labels. Ihr kreiert eine Fotostrecke die genau das widerspiegelt und mit Stereotypen und binären Sichtweisen auf Geschlecht und Mode bricht.

    Dies kann umgesetzt werden durch
    – Close-ups (Nahaufnahmen) von Posen oder Teilen bestimmter Körperteile
    – Kleidungsstücke, Schmuck, Make-up, Frisuren
    – durch Cross-dressing oder genderfluid Styling.
    – Stylingelemente oder Kleidungsstücke, die mit keinem Geschlecht behaftet sind
    – oder durch andere Ideen, die euch einfallen

    Ideen entwickeln und vorstellen
    Zum „Aufwärmen“ bilden die Schüler*innen kleine Teams, stellen Posen aus den Beispielen nach und dokumentieren dies fotografisch. Hier geht es zunächst darum ohne Utensilien oder Accessoires verschiedene Posen und den Bildaufbau auszuprobieren.

    Dann werden in Einzelarbeit eine oder mehrere konkrete Fotoideen zeichnerisch oder schriftlich skizziert – und die benötigten Materialien geklärt. Die Ideenskizzen werden anschließend im Plenum gegenseitig vorgestellt und besprochen.

    Fotografieren und Ergebnisse vorstellen (dritte Doppelstunde)
    Die Schüler*innen bringen die Accessoires mit, die sie für die Umsetzung ihrer Fotoideen benötigen, zum Beispiel Schmuck, Stoffe, Kleidungsstücke, Accessoires, Make-up, Nagellack, etc.

    In 2-er Teams wird gemeinsam je eine Motividee von jeder Person inszeniert und fotografiert und dabei spielerisch Bildaufbau, Licht, Kontrast, Farbigkeit erkundet.

    Im Plenum werden dann die Fotografien gezeigt und Komposition und die getroffenen ästhetischen Entscheidungen besprochen.

    Reflexion und Anmerkungen

    Die Schüler*innen selbst „rosa und blau“ „Junge oder Mädchen“ googlen lassen, statt nur von meiner Erfahrung der Google Suche zu berichten.

    Je nach Klasse bei Gruppenarbeit die Gruppengröße festlegen.