Kategorie: Identität

Alle Skizzen

  • Vielfalt des Zusammenlebens – den Familienbegriff erweitern und inklusiv denken

    Dauer:
    Entwickelt:
    Katharina Scholten in Dialog mit Hannah, Miki und Nargol

    Familie kann so vielfältig sein! Bildimpulse aus Malerei, Werbung und Medien machen die Vielzahl an Beziehungsformen sichtbar. Der Fokus weitet sich von der gesellschaftlich oft privilegierten Kleinfamilie (Vater, Mutter, Kind) hin zu Eineltern-, Patchwork-, Wahl- und Regenbogenfamilien. Fragen wie „Wer kann alles Familie sein?“, „Muss Familie immer auf biologischer Abstammung basieren?“ und „Welche weiteren Formen des Zusammenlebens können angenommen werden?“ helfen – im theoretischen wie im praktischen Teil – das Verständnis der Schüler*innen vom Konzept „Familie“ zu erweitern.

    Kurzbeschreibung

    Familie kann so vielfältig sein! Bildimpulse aus Malerei, Werbung und Medien machen die Vielzahl an Beziehungsformen sichtbar. Der Fokus weitet sich von der gesellschaftlich oft privilegierten Kleinfamilie (Vater, Mutter, Kind) hin zu Eineltern-, Patchwork-, Wahl- und Regenbogenfamilien. Fragen wie „Wer kann alles Familie sein?“, „Muss Familie immer auf biologischer Abstammung basieren?“ und „Welche weiteren Formen des Zusammenlebens können angenommen werden?“ helfen – im theoretischen wie im praktischen Teil – das Verständnis der Schüler*innen vom Konzept „Familie“ zu erweitern.

    Ziele

    • Kennenlernen von unterschiedlichen Familienkonstellationen
    • Sensibilisierung für vielfältige Formen des Zusammenlebens
    • Hinterfragen von normativen Zuweisungen
    • Reflexion über die Darstellung von Familienbildern bzw. -formen in Medien
    • Kritische Auseinandersetzung mit Familienbildern in der bildenden Kunst

    Materialien

    • Handout
    • Bildersammlung 
    • farbige Kärtchen und Permanentmarker  
    • Requisiten 
    • Kulissen (falls vorhanden) 
    • Handy zum Fotografieren 

    Verortung

    Dieses Unterrichtskonzept wurde entwickelt, um dominante eurozentristische Familienbilder kritisch zu hinterfragen und den Blick der Schüler*innen für vielfältige Familienkonstellationen zu öffnen. Ausgangspunkt war eine Analyse gängiger Schulbücher, in denen Familien überwiegend als weiße Kernfamilien („Vater, Mutter, Kind“) dargestellt werden. Die Unterrichtsskizze setzt dieser normativen Darstellung bewusst alternative Familienformen entgegen, um ihre Sichtbarkeit zu stärken und eine reflektierte Auseinandersetzung mit dem Begriff „Familie“ anzuregen.

    Die Unterrichtsskizze orientiert sich an mehreren Forschungsfragen:

    • Welche Familienbilder wählen Schüler*innen bevorzugt aus einer von der Lehrperson ausgewählten Bildersammlung? 
    • Welche Kriterien oder Assoziationen beeinflussen ihre Auswahl?
    • Und wie wirkt sich der Sprachgebrauch der Schüler*innen darauf aus, wie sie zwischen gesellschaftlich privilegierten und marginalisierten Familienformen unterscheiden?

    Durch die Analyse der Bildauswahl und die anschließende Reflexion werden implizite Normen sichtbar und für die Lernenden bearbeitbar.

    Zudem wird untersucht, welche Formen des Zusammenlebens im Unterricht benannt werden und welche Begriffe Schüler*innen verwenden, um diese zu beschreiben. Dieser Fokus auf Sprache ermöglicht eine Sensibilisierung für normative Zuschreibungen sowie für wertschätzende, diskriminierungsbewusste Ausdrucksweisen.

    Die Rolle der Lehrperson umfasst eine moderierende und unterstützende Funktion: Sie schafft Räume für Austausch, hört aufmerksam zu und achtet auf eine respektvolle Kommunikationskultur. Durch gezielte Impulse und offene Fragen unterstützt sie die Schüler*innen dabei, eigene Vorstellungen, mediale Prägungen und gesellschaftliche Normen bewusst wahrzunehmen und zu reflektieren.

    Ablauf

    Einstieg

    Zu Beginn wird das Thema „Familienbilder“ über eine Gruppenarbeit eingeführt. Die Lehrperson bringt verschiedene Familienbilder mit, die als Grundlage für die gemeinsame Arbeit dienen. Die Bilder werden im Raum verteilt und die Schüler*innen stellen sich zu dem Bild, das sie spontan anspricht.

    Im Anschluss denken die Schüler*innen einzeln über ihr Bild nach. Leitfragen können unterstützen, z. B.:

    • Welche Körperhaltungen sind zu sehen?
    • Gibt es Gesten, die traditionell weiblich oder männlich codiert sind?
    • Welche ‚Sorge-Rollen‘ (Care-Arbeit) werden wem zugeschrieben?
    • Wirkt die dargestellte Familie eher nah oder distanziert?

    Die Beobachtungen werden in der Gruppe ausgetauscht. Gemeinsam sammeln die Schüler*innen Begriffe und Eindrücke, die sie mit dem Wort „Familie“ verbinden.

    Am Ende des Einstiegs präsentieren die Gruppen ihre Ergebnisse im Plenum. Die Lehrperson moderiert den Austausch, sorgt für einen respektvollen Rahmen und unterstützt die Schüler*innen dabei, unterschiedliche Sichtweisen aufmerksam und kritisch zu betrachten.

    Praktischer Teil

    Im praktischen Teil analysieren die Schüler*innen ihr Bild, indem sie sich vorstellen, dass es ein Filmstill ist. Sie entwickeln gemeinsam eine kurze Szene: Worum könnte es gehen? Welche Beziehungen werden sichtbar? Wie könnte die Handlung weitergehen?

    In Kleingruppen planen sie eine fotografische Umsetzung ihrer „Family of Choice“-Szene. Dabei entscheiden sie bewusst, welche Rollen, Gesten und Körperhaltungen sie verwenden möchten, um die Beziehungsdynamik innerhalb der Gruppe auszudrücken – ohne auf stereotype Kostüme oder Verkleidungen zurückzugreifen.

    Die Schüler*innen gestalten ihre Szene fotografisch und reflektieren, welche gesellschaftlichen Bilder von Fürsorge, Verantwortung und Zugehörigkeit ihre Entscheidungen beeinflussen. Anstatt lediglich die dominante Rollenverteilung (Vater-Mutter-Kind) oder deren Umkehrung darzustellen, untersuchen sie, wie Familie jenseits dieser normativen Schablonen aussehen kann und wie Zusammengehörigkeit inszeniert wird.

    Sie prüfen kritisch, wann stereotype oder diskriminierende Darstellungen entstehen könnten, und überarbeiten diese entsprechend. Ein wichtiger Fokus liegt dabei darauf, Beziehungen darzustellen, statt Identitäten zu imitieren (z. B. keine Aneignung von ethnischen Merkmalen oder das karikieren von sexueller Orientierung).

    Die Lehrperson begleitet diesen Prozess, sensibilisiert für problematische Darstellungen (z. B. Reproduktion von rassistischen oder klassistischen Stereotypen) und moderiert Gespräche, in denen gängige Rollenbilder bewusst gemacht und dekonstruiert werden.

    Abschluss

    Zum Abschluss präsentieren die Gruppen ihre fotografischen Szenen und beschreiben, welche Beobachtungen oder Überlegungen für sie zentral waren. Die Lehrperson stellt Rückfragen, sichert eine wertschätzende Gesprächskultur und die Schüler*innen vergleichen die unterschiedlichen Sichtweisen. Gemeinsam reflektieren sie, wie vielfältig Familienbilder gelesen und interpretiert werden können.

    Reflexion und Anmerkungen

    Sowohl für den theoretischen als auch den praktischen Teil könnte mehr Zeit eingeplant werden, da sich auf Seite der Schüler*innen ein großes Interesse und Diskussionsbedarf zeigte.

    Die Bilderauswahl kann selbstverständlich auch erweitert werden und je nach Bedarf stärker differenzieren.

    In der praktischen Übung zeigte sich, dass die Schüler*innen das Thema auf einer weiteren Ebene bearbeiten können. Durch die fotografischen Inszenierungen stellten sie unterschiedliche Familienformen und Formen von Zusammengehörigkeit dar. Auffällig war, dass das Hineinschlüpfen in eine Rolle zwei Effekte hatte: Einerseits spiegelten die Schüler*innen gesellschaftlich gelernte Verhaltensmuster wieder, andererseits wurde durch die Rollenarbeit eine gewisse Distanz zur eigenen sozialen Position möglich.

    In der gemeinsamen Werkbetrachtung am Ende der Einheit zeigte sich eine zusätzliche Reflexionsebene: Die Schüler*innen nahmen zunehmend einen repräsentations- und gesellschaftskritischen Blick ein. Für mich als Lehrperson wurde dadurch sichtbar, wie bewusst oder unbewusst Rollenbilder, Normen und Zuschreibungen in ihren Darstellungen auftauchen – und wie produktiv diese Momente für eine kritische Auseinandersetzung genutzt werden können.

    Info Autor*innen

    Als Absolventin eines Romanistik Studiums für die Sprache Französisch an der Universität Wien (2020) und als  Lehramtsstudentin der beiden Unterrichtsfächer Französisch und Kunst & Gestaltung (seit 2021) darf ich meine  Begeisterung und Leidenschaft beider Fächer zukünftig in der Schule weitergeben. Mein besonderes Interesse an der  Soziologie und (inter)kulturellen Repräsentationen soll im Kunstunterricht Anklang finden. Derzeit unterrichte ich an  keiner Schule und fokussiere mich voll und ganz auf meine Ausbildung.

  • High Fashion – Strategische Dekonstruktion von Gendercodes

    Dauer:
    Entwickelt:
    Okan Alcay und Sophia Schlager in Dialog mit Nargol, Miki und Hannah

    In Kontakt mit den Arbeiten der Modedesignerin Rei Kawakubo erforschen die Schüler*innen die Dekonstruktion von Gendercodes in der High Fashion. Sie entwickeln in praktischen Arbeiten experimentelle Zugänge zu Form, Farbe und Materialität und erleben, wie gestalterische Prozesse neue Perspektiven auf Körper, Identität und gesellschaftliche Gendercodes eröffnen können.

    Kurzbeschreibung

    In Kontakt mit den Arbeiten der Modedesignerin Rei Kawakubo erforschen die Schüler*innen die Dekonstruktion von Gendercodes in der High Fashion. Sie entwickeln in praktischen Arbeiten experimentelle Zugänge zu Form, Farbe und Materialität und erleben, wie gestalterische Prozesse neue Perspektiven auf Körper, Identität und gesellschaftliche Gendercodes eröffnen können.

    Ziele

    • Auseinandersetzung mit der Schnittstelle von High Fashion und Kunst
    • Kennenlernen der Konstruktions- und Reproduktionsprozesse von Gendercodes
    • Analyse der Dekonstruktionsstrategien von Gendercodes in High Fashion 
    • Entwurf und Visualisierung eigener Designkonzepte
    • Zeichnerische und bildhauerische Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Materialien
    • Kreation eines eigenen, konzeptuellen Designstücks 

    Materialien

    Für die Lehrperson

    • Klassenraum mit Projektor, elektronisches Endgerät, Drucker 
    • Karten mit abgebildeten Designstücken als Beispiele für High Fashion
    • Karten mit abgebildeten Designstücken von Rei Kawakubo
    • Vortrag zu Begriffserklärung von „High Fashion“, „Gendercodes“ und „Dekonstruktion“
    • Vortrag zur Einführung zu Rei Kawakubo
    • Post-its
    • Handout mit den besprochenen künstlerischen Strategien 

    Für die Schüler*innen

    • Zeichenpapier (ca. 1,50 m × 1,80 m pro Schüler*in)
    • Papier für Vorskizzen
    • Verschiedenste Stifte
    • Diverse Materialien (Karton, Folien, Styropor, Textilien, etc.) 
    • Heißklebepistole und/oder Klebstoff
    • Scheren und/oder Skalpelle 
    • Die Schüler*innen können gebeten werden, eigene Materialien von zu Hause mitzubringen.
    • Hinweis: Ergebnisse hängen stark von den Materialien ab. 

    Reflexion und Anmerkungen

    Dieses Konzept wurde zunächst im Rahmen eines Studienseminars von Lehramtsstudierenden durchgeführt und dann in Zusammenarbeit mit der kritilab Redaktion weiterentwickelt. Für die Durchführung des Unterrichts sind ausreichend Platz und genügend Materialien von Vorteil.

    Ablauf

    Einleitung

    Für die Einleitung in das Thema Dekonstruktion von Gendercodes in High Fashion werden den Schüler*innen zunächst Fotografien von Designstücken präsentiert.

    Anschließend erhalten die Schüler*innen die bereits ausgedruckten Fotografien als Karten und wählen eine Karte aus, um das Designstück zu beschreiben (Materialien, Form, Farbe …).

    Daraufhin werden die Begriffe „High Fashion“, „Gendercodes“ und „Dekonstruktion“ erklärt.

    Im nächsten Schritt wird die Modedesignerin Rei Kawakubo vorgestellt, und ihre Designs werden im Kontext der Dekonstruktion von Gendercodes beleuchtet (auf Anfrage per Mail können wir auch eine bereits existierende Präsentation zur Verfügung stellen).

    Nach dieser Einführung wird eines ihrer Designstücke gemeinsam im Plenum beschrieben und hinsichtlich Form, Farbe und Materialität analysiert. Die Schüler*innen haben die Möglichkeit, ihre Beschreibung des eigenen Designstücks (ausgeteilte Einstiegskarten) mit Kawakubos Designstück zu vergleichen.

    Anschließend werden die künstlerischen Strategien von Rei Kawakubo mithilfe des Handouts (z.B. Übertreibung, Hybridisierung, Verhüllung, etc.) erarbeitet und diskutiert.

    In der nächsten Phase werden drei Fotos mit individuellen Designstücken von Rei Kawakubo als Plakate präsentiert. Die Schüler*innen identifizieren Schlagworte in Form von Adjektiven, um die Designstücke zu beschreiben, und notieren diese auf Post-its. Anschließend kleben die Schüler*innen ihre Post-its an die jeweiligen Fotos. Gemeinsam mit der Lehrperson analysieren die Schüler*innen die Sammlung der Wörter: Gibt es Wiederholungen? Können die Wörter in Kategorien (z. B. Material, Farbe …) unterteilt werden?

    Praktische Phase

    Die Schüler*innen beginnen mit der Anfertigung von Vorskizzen für ein eigenes Designstück. Dabei sollen die Entwürfe mit den traditionellen Gendercodes brechen und die Potenziale der Körperimagination durch Material und Form ausloten. Als Inspirationsquelle können sie Entwürfe von Rei Kawakubo heranziehen. Die Vorskizzen werden mit Stift auf A3-Papier erstellt.

    Folgende Fragen können für den Einstieg dienen.

    • Aus welchen Formen soll mein Design bestehen? 
    • Welche Stofflichkeiten/Oberflächen soll es enthalten?
    • Welches Material bietet sich für meine Ideen an?
    • Was will ich betonen und was will ich ändern?

    Die Vorskizzen werden im nächsten Schritt auf größeres Zeichenpapier übertragen (ca. 1,50 m × 1,80 m). Auf diesem Zeichenpapier sollen die Schüler*innen einen Körperumriss zeichnen, wobei auch „Fantasiekörper“ mitbedacht werden könnten. Die Körperumrisse können beispielsweise freihändig gezeichnet werden, oder die Schüler*innen helfen einander, ihre eigenen Umrisse nachzufahren.

    Anschließend sollen sie den auf dem Papier gezeichneten Körperumriss mit ihrem konzeptuellen Designstück einkleiden. Sie können dabei beispielsweise Materialien wie verschiedenste Stifte zum Zeichnen oder auch Karton, Folie, Styropor, Textilien, etc. zum Collagieren benutzen.

    Abschluss

    Nachdem die Schüler*innen ihre Arbeiten fertiggestellt haben, präsentieren sie diese vor der Klasse, betrachten sie gemeinsam und reflektieren. Dabei sollen die Schüler*innen auch benennen, welche künstlerische Strategie sie für die Dekonstruktion von Gendercodes angewendet haben (evtl. auch hier mit Post-its arbeiten).

    Info Autor*innen

    Ein erster Entwurf dieser Unterrichtsstunde wurde von zwei Lehramtsstudent*innen im Rahmen ihres Bachelorstudiums durchgeführt, die noch keine konkrete Erfahrung als Lehrperson besitzen, jedoch Erfahrungen in Nebentätigkeiten im schulischen Rahmen gesammelt haben.

  • Stühle der Macht – Kommunikation über Sitzpositionen

    Dauer:
    Entwickelt:
    Elias Barnreiter, im Dialog mit Eva & Hannah

    Welche Wirkung hat meine Sitzposition auf andere? Wie beeinflusst meine Körperhaltung wie ich auf andere wirke? Und welche Rolle spielt das Stuhldesign dabei, bestimmte Machtdynamiken zu verstärken oder aber Hierarchien abzubauen?

    Kurzbeschreibung

    Welche Wirkung hat meine Sitzposition auf andere? Wie beeinflusst meine Körperhaltung wie ich auf andere wirke? Und welche Rolle spielt das Stuhldesign dabei, bestimmte Machtdynamiken zu verstärken oder aber Hierarchien abzubauen?

    Ziele

    • Die Bedeutung von verschiedenen Stuhldesigns kritisch analysieren (historisch und im eigenen Alltag)
    • Durch spielerische Selbstinzenierung, Positionierung und anhand digitaler Collage verschiedene Gesten und Rollen erkunden und ihre Bedeutung in Bezug auf Machtrepräsentation reflektieren.

    Materialien

    • iPads/PCs, App „Magic Eraser“

    Ablauf

    Einführung
    Um an die Lebenswelt der Schüler*innen anzuknüpfen, werden diese aufgefordert aufzustehen und ihren Stuhl zu betrachten. Fragen wie „Was sind Merkmale des Stuhls, auf dem ihr jetzt sitzt?“ oder „Wo seid ihr heute schon überall gesessen?“ regen eine erste Sensibilisierung für die Bedeutung von Stühlen und Sitzen im Alltag an.

    Dann wird die Herkunft des Stuhls und die Geschichte des Sitzens aufgezeigt. Dabei werden Wirkungen (Machtdemonstration/Gleichheit/ Demokratie) und Merkmale der verschiedenen Sitzmöglichkeiten aufgezeigt.

    Aktion
    Anschließend werden in kleinen Gruppen (3–4) zunächst Fotos in neutraler Körperhaltung und Mimik von allen Gruppenmitgliedern gemacht. Mit der App „Magic Eraser“ werden die Personen ausgeschnitten und mit einer Collagefunktion jeweils auf den Thron und den demokratischen Stuhl gesetzt.

    Gemeinsam können die gemachten Fotos betrachtet und die Wirkung der Stühle verglichen werden. Der vorher neutrale Ausdruck der Schüler*innen kann jetzt als vom Stuhle beeinflusst wahrgenommen werden.

    Danach werden nochmals Fotos gemacht mit dem Unterschied, dass die Schüler*innen nun mit ihrer Körperhaltung, Mimik und Gestik experimentieren, um so die vorgegebene Wirkung der Stühle entweder zu verstärken oder dieser entgegenzuwirken.

    Beobachtung, Reflexion
    Die Ergebnisse werden im Plenum betrachtet und deren Wirkung diskutiert. Zum Abschluss erfolgt eine gemeinsame Reflexion anhand der Fragen:

    Was hat euch am meisten Spaß gemacht?

    Was ist euch beim Arbeiten aufgefallen?

  • Mode ohne Geschlechtergrenzen – ein Fotoprojekt

    Dauer:
    Entwickelt:
    Zoe Much, im Dialog mit Eva & Chalo

    Stellt euch vor, ihr seid Fotograf*innen & Stylist*innen eines genderneutralen Fashion Labels. Ihr kreiert eine Fotostrecke die genau das widerspiegelt und mit Stereotypen und binären Sichtweisen auf Geschlecht und Mode bricht.

    Text „Genderless Fashion: Mode ohne Geschlechtergrenzen“ (Berliner Fashion Week, 29.07.2022)

    Queerness in Photography | C/O Berlin (co-berlin.org).

    Claude Cahun, französische Künstler*in, Fotograf*in, Darsteller*in, Aktivist*in und Schriftsteller*in des Surrealismus (Nantes 1894– 1954).

    Catherine Opie – Balenciaga’s Autumn 2018 collection

    Kurzbeschreibung

    Stellt euch vor, ihr seid Fotograf*innen & Stylist*innen eines genderneutralen Fashion Labels. Ihr kreiert eine Fotostrecke die genau das widerspiegelt und mit Stereotypen und binären Sichtweisen auf Geschlecht und Mode bricht.

    Ziele

    • Mit Mode, Identität und Körper experimentieren
    • Binäre Sichtweise (auf Mode) öffnen
    • Zusammenarbeit in Gruppen lernen
    • Bildkonzepte entwerfen und visualisieren
    • Fotografische Auseinandersetzung mit einem Thema, Konzept, Motiv, Ästhetik, Lichtsituation, Bildaufbau etc.

    Materialien

    Kameras oder Handys.
    Wenn möglich: Beleuchtungsmöglichkeiten, Lampen, Blitz, Farbfolien, farbige Stoffe, Kleidungsstücke, Accessoires, MakeUp, Schmuck etc.

    Ablauf

    Einführung (erste Doppelstunde)

    Das Thema kann mit einem Zitat: des japanischen Modedesigners Yohji Yamamoto eingeführt werden: „I always wonder who decided that there should be a difference in the clothes of men and women“ 1983.

    Diskussion in der Klasse über die Frage: Welche Kleidungsstücke oder Styling Elemente sind gesellschaftlich eher mit einem bestimmten Geschlecht behaftet und welche sind es nicht oder eher weniger ? Hierzu gehören auch Frisuren, Makeup, Schmuck, Accessoires …

    Gemeinsames Lesen des Textes: „Genderless Fashion: Mode ohne Geschlechtergrenzen“ (Berliner Fashion Week, 29.07.2022)

    Kurzer Einblick in die westliche Modegeschichte des 20. Jahrhunderts um zu zeigen wie binäre Sichtweisen Mode geprägt hat und prägt – und wie sich verändernde gesellschaftliche Denkmuster in der Mode widergespiegelt werden.

    Hier können Bildbeispiele dienen, die auf die Veränderung von Stereotypisierungen eingehen, zum Beispiel Klischee-Farben Rosa-Blau oder Hosen bzw. Röcken als spezifisch geänderte Kleidungsstücke. (siehe Powerpoint Präsentation)

    Mögliche Beispiele aus der Kunst und Fotografie wären folgende Webseiten, die die Schüler*innen selbstständig erkunden könnten.

    • Queerness in Photography | C/O Berlin (co-berlin.org).
    • Claude Cahun, französische Künstler*in, Fotograf*in, Darsteller*in, Aktivist*in und Schriftsteller*in des Surrealismus (Nantes 1894– 1954).
    • Catherine Opie – Balenciaga’s Autumn 2018 collection

    Aktion (zweite Doppelstunde)
    Aufgabe: Stellt euch vor, ihr seid Fotograf*innen & Stylist*innen eines genderfluiden/genderneutralen Fashion Labels. Ihr kreiert eine Fotostrecke die genau das widerspiegelt und mit Stereotypen und binären Sichtweisen auf Geschlecht und Mode bricht.

    Dies kann umgesetzt werden durch
    – Close-ups (Nahaufnahmen) von Posen oder Teilen bestimmter Körperteile
    – Kleidungsstücke, Schmuck, Make-up, Frisuren
    – durch Cross-dressing oder genderfluid Styling.
    – Stylingelemente oder Kleidungsstücke, die mit keinem Geschlecht behaftet sind
    – oder durch andere Ideen, die euch einfallen

    Ideen entwickeln und vorstellen
    Zum „Aufwärmen“ bilden die Schüler*innen kleine Teams, stellen Posen aus den Beispielen nach und dokumentieren dies fotografisch. Hier geht es zunächst darum ohne Utensilien oder Accessoires verschiedene Posen und den Bildaufbau auszuprobieren.

    Dann werden in Einzelarbeit eine oder mehrere konkrete Fotoideen zeichnerisch oder schriftlich skizziert – und die benötigten Materialien geklärt. Die Ideenskizzen werden anschließend im Plenum gegenseitig vorgestellt und besprochen.

    Fotografieren und Ergebnisse vorstellen (dritte Doppelstunde)
    Die Schüler*innen bringen die Accessoires mit, die sie für die Umsetzung ihrer Fotoideen benötigen, zum Beispiel Schmuck, Stoffe, Kleidungsstücke, Accessoires, Make-up, Nagellack, etc.

    In 2-er Teams wird gemeinsam je eine Motividee von jeder Person inszeniert und fotografiert und dabei spielerisch Bildaufbau, Licht, Kontrast, Farbigkeit erkundet.

    Im Plenum werden dann die Fotografien gezeigt und Komposition und die getroffenen ästhetischen Entscheidungen besprochen.

    Reflexion und Anmerkungen

    Die Schüler*innen selbst „rosa und blau“ „Junge oder Mädchen“ googlen lassen, statt nur von meiner Erfahrung der Google Suche zu berichten.

    Je nach Klasse bei Gruppenarbeit die Gruppengröße festlegen.